Alaverdi – aber ohne Musik

Georgische Spezialitäten vom Feinsten findet man im 3. Bezirk

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wina- TIPP Alaverdi – Georgische Spezialitäten Marxergasse 5, 1030 Wien Di.–So., 11–23 Uhr; Mo., 17–23 Uhr +43/(0)1/713 03 94 alaverdi.at © alaverdi.at

Für eingefleischte Musik- und Opernfreunde der Italianità ist der Name eindeutig irreführend: Wird das Restaurant À la Verdi ausgesprochen, vermutet man zurecht ein italienisches Speisenangebot. Weit gefehlt: Das Restaurant Alaverdi bietet traditionelle georgische Spezialitäten an. „Das ist der Name unseres Dorfes, und es liegt ca. 20 Kilometer von der Stadt Telavi entfernt in der Region Kachetien im östlichen Georgien. Es ist nicht zu verwechseln mit der armenischen Stadt Alawerdi“, lacht der Chef des Hauses Gia Goguadze. Mit strahlenden Augen erzählt er von der umliegenden Landschaft in einem fruchtbaren Flusstal vor der Kulisse des hohen Kaukasus.
Die Ausstattung des Lokals ist in ruhigen Beige- und Brauntönen gehalten und wirkt dezent elegant. Weniger ruhig geht es bei unserem Besuch hinter der lang gestreckten, gut sortierten Bar zu. In einem separaten Raum wird eine große Familienfeier abgehalten. Der Blick durch die Glastüre erweist sich als nicht ungefährlich: Drei schwarz gekleidete Frauen winken dem neugierigen Gast fröhlich zu und fordern ihn zum Mittanzen auf.

Wunderbar schmeckt der vegetarische Borscht,
die authentische rote Rübensuppe.

Dann ist Stärkung angesagt, und dabei muss man die Gewichtskontrolle für einige Tage vergessen. Obwohl zahlreiche vegetarische Speisen angeboten werden, ist die Karte insgesamt sehr kohlenhydrathaltig. Natürlich kann man sich auch mit Fleisch- oder Fischspeisen vom Grill kasteien, z. B. mit Kalmakhi, der gegrillten Forelle im Ganzen um € 18,90, oder Oraguli, dem gegrillten Lachssteak um € 16,90, aber dann hat man nichts von der georgischen Küche gekostet. Die Portionen sind groß, daher wird man schon von den üppigen Vorspeisen satt. Wunderbar schmeckt der vegetarische Borscht, die authentische rote Rübensuppe um € 6,30.

Sieben unterschiedliche Eintöpfe finden sich auf der Karte. © alaverdi.at

Sieben unterschiedliche Eintöpfe gibt es im Angebot, darunter ein Qotnis Lobio, ein Bohneneintopf mit Maisbrot, Käse und saurem Gemüse dazu um € 12,10 oder nur aus geschmortem Gemüse um € 11,20. Bei den Vorspeisen kann man zwischen Mjavis Asorti, sauer eingelegtem Gemüse (€ 8,70), und Pkhaleuli, auf georgische Art mariniertem Blattspinat, roten Rüben und grünen Bohnen (€ 8,90), wählen oder sich für Nigvziani Badrijani, also Melanzani mit Walnussfüllung (€ 10,20) entscheiden. Ein großer Vorspeisenteller für zwei Personen kostet € 15,90, und da ist wahrscheinlich für den georgischen Salat, der aus Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Paprika besteht, mit Walnuss- oder würziger Adjikasauce um € 8,90, kaum mehr Platz.
Elf Teiggerichte stehen auf der Karte, die auch täglich von 11 bis 15 Uhr als Mittagsmenü zu haben sind. Dazu zählt der Snack Acharuli Lobiani, ein mit Bohnen gefülltes Fladenbrot, dazu Käse und milde Pfefferoni (€ 10,70). Köstlich schmeckt die üppige georgische Pizza, hier heißt sie Khachapuri Acharuli und wird als bauchiges heißes Fladenbrot, gefüllt mit Käse und einem zu verrührenden Ei, um € 10,90 serviert. Wer noch Kraft fürs Süße hat, sollte das Alaverdi-Dessert mit eingelegten Feigen, Kirschen, Walnuss oder weißen Kirschen um € 6,90 probieren.
Im Oktober 2016 wurde das beliebte Lokal eröffnet, dessen Service von Vater und Sohn sehr familiär gehandhabt wird – ebenso locker und ungekünstelt wie im kaukasischen Dorf.

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