Cohen’s am Hauptbahnhof

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Cool und schick essen

Diese acht Damen reiferen Alters kann man sich gut in einer gediegenen Konditorei bei der gepflegten Jause vorstellen. Aber hier? Am nigelnagelneuen Hauptbahnhof bei „Cohen’s Smartfood“ mit Humus, Falafel und scharfen Saucen schön essen gehen? Aber genau so ist es: In Wien entsteht ein neuer Trend, der an Internationalität nichts zu wünschen übrig lässt. So wie in Zürich, New York oder Mexiko City wird es jetzt auch in Wien cool und schick, ins Restaurant am Bahnhof essen zu gehen. Natürlich auch mit Tischreservierung, nicht in einen Schnellimbiss, sondern in ein luftiges, geschmackvoll mit hellem Holz ausgestattetes Lokal: geradewegs zu den Cohen-Brüdern.

„Es war gar nicht leicht, den Mietvertrag für dieses schöne Ecklokal zu bekommen“, erinnert sich Ezra Cohen an die Verhandlungen mit den ÖBB. Im letzten Oktober wurde das Lokal mit „vegetarischen und orientalischen Spezialitäten“ eröffnet, und heute trifft man hier schon auf Stammgäste und solche, die es werden wollen. „Wir kommen wieder“, hört man am Nebentisch ein Ehepaar mit Tochter sagen, nachdem sie sich vom Scharfen bis zum Süßen durchgekostet haben.

„Im Sommer kamen auch Flüchtlinge hierher. Sie haben die Speisen gekannt und sich unheimlich darüber gefreut.“

Was machen die Cohens anders oder besser? „Wir profitieren von der großen Erfahrung unseres Vaters, denn er hatte schon den ersten Falafel-Stand am Naschmarkt und auch am alten Südbahnhof ein kleines Lokal“, lacht Ezra Cohen, der mit seinen Eltern, die aus Usbekistan stammen, als Vierjähriger 1991 aus Israel nach Wien gekommen war. Während er auf eine HAK ging, absolvierte sein jüngerer Bruder, Yonny, die HTL. Aber beide halfen schon von Kindesbeinen an bei den Unternehmungen des Vaters mit. „Wir wollen uns von unseren Mitbewerbern stark unterscheiden, daher bemühen wir uns um höchste Speisequalität“, erzählt Yonny Cohen, der seine Gastronomieerfahrung auch im Motto am Fluß gemacht hat. Und man merkt wahrlich den Unterschied: Die Falafel sind kleiner als üblich und daher saftiger – auch weil sie nur frisch produziert werden; die Gewürzmischung für das pikante Hühner-Schwarma wird direkt aus Or Yehuda importiert.

Neben den orientalischen Klassikern findet man auch ein für den lokalen Geschmack adaptiertes Schakschuka: Das gestockte Spiegelei auf scharfer Letschotomatensauce ist mit Humus und Falafelbällchen garniert. „Der Taboule-Bulgur-Salat wird genauso gut angenommen wie das Sabich“, freut sich Ezra. Sabich besteht aus gekochten Ei- und gebratenen Melanzani-Scheiben auf einem Mango-Curry. Ganz köstlich schmecken der orientalische Karottensalat und das Inka-Korn-Quinoa. Das Cohen’s mit 46 Sitzplätzen bietet auch eine monatlich erneuerte Mittagskarte, wo man für wohlfeile 8,90 bis 9,90 zwischen einer Hühnerlauchquiche mit Salat und Kräutersauce, Kürbisgemüse mit Schafkäse und Pita oder einem Fischragout mit Pilawreis wählen kann.

Dreißig Prozent des Umsatzes wird mit Take-away gemacht, was nicht überrascht, wenn man an die Bürodichte um den Hauptbahnhof denkt und die Reisenden einbezieht. „Im Sommer kamen auch die Flüchtlinge hierher. Wir hatten keine gemeinsame Sprache, aber sie haben die Speisen gekannt und sich unheimlich darüber gefreut. So funktionierte die Verständigung bestens.“ Natürlich ist hier die Laufkundschaft wichtig, aber auf die gar nicht geschreckte Damenrunde und deren Gefolgschaft wollen die Cohens keinesfalls verzichten. Von Paprikasch

1 KOMMENTAR

  1. ICH BIN EIN STAMMGAST BEIM COHENS SMARTFOOD.WARME SPEISE IST GENAU SO GUT WIE FALAFEL UND TABULE BUGUR SALAT. ICH WILL JEDEN TAG DA SEIN………Danke cohens Family.

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