Die (nicht koschere) Laubhütte im Glacis-Beisl

Gediegene Hausmannskost unter uralten Nussbäumen

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wina- TIPP Glacis-Beisl Breitegasse 4, 1070 Wien Täglich geöffnet von 11 bis 2 Uhr +43/(0)1/526 56 60 glacisbeisl.at

Ziemlich verborgen zwischen der nüchternen Burggasse mit der quietschenden 49er-Straßenbahn und den schlichten Bürogebäuden des Museumsquartiers findet man den schönsten Gastgarten der Wiener Innenstadt.
Wer das jüdische Laubhüttenfest (4.–13. Oktober) nicht traditionell verbringen kann oder will, bekommt hier ersatzweise ein Sukkah-Feeling. Unter alten knorrigen Nussbäumen, begrünten Lauben und der Growing Wall, einer drei Meter hohen begrünten Wand, verbreitet der Garten eine zauberhafte Atmosphäre. Die artenreiche Bepflanzung mit zahlreichen essbaren und duftenden Früchten und Gewürzen steigert noch den Erholungsfaktor. „Wir haben einen Gärtner, der sich um all das hier kümmert“, erzählt Christian Mureny, seit zehn Jahren Geschäftsführer des Glacis-Beisls.

»Unser Mix aus Wiener und altösterreichischer Küche kommt bei unserer bunten Gästeschar sehr gut an.«

Zwar verlängert die Klimaerwärmung die jährliche Gartensaison (180 Plätze), trotzdem sollte man den gemütlichen Wintergarten (65 Plätze) und den urigen Schankraum nicht vergessen, die beide über die kalte Jahreszeit hinwegtrösten. Der Geschäftsführer möchte natürlich die Aufmerksamkeit auf das kulinarische Angebot lenken, das zu mehr als neunzig Prozent aus regionalen Produkten besteht. „Wir haben bei unserem täglichen Tagesteller immer ein vegetarische Gericht dabei“, betont Mureny. Derzeit reicht dieses Angebot von Kürbisgnocchi mit Eierschwammerl über Fusilli mit Gemüsetomatensugo sowie Gefüllte Paprika mit Reis, Gemüse und Schafskäse bis zu
knusprigen Gemüsetascherl mit Mangoorangenchutney. Zum vegetarischen Menü um wohlfeile € 9,80 serviert man entweder einen Salat oder eine Suppe. Das alles gibt es auch zum Mitnehmen.
„Unser Mix aus Wiener und altösterreichischer Küche kommt bei unserer bunten Gästeschar sehr gut an. Täglich gibt es frische Süßwasserfische zur Auswahl, vom Saibling bis zur Forelle“, erzählt Mureny, der auch auf die Klassiker wie Krautfleckerl und Piroggen verweist.
Den Namen hat das Beisl vom Glacis, dem Vorfeld der Befestigungsanlage, die rings um die Wiener Stadtmauer nach der ersten Türkenbelagerung im Jahr 1529 erbaut wurde. Bis 1858 diente diese unbebaute Wiesenfläche auch als Erholungsgebiet. Heute markiert die Ringstraße das ehemalige Glacis. Nur ein Keller erinnert noch im 300 Jahre alten Gebäude an die ehemaligen Pferdestallungen und Militäreinrichtungen.  Paprikasch


BUCH

Markus Metka, Susanne Altmann:
Long Life Kitchen: Die
Formel für ein langes Leben.
maudric Verlag, 224 S., € 23,90

Der Irrglaube, dass „gesund“ und „Genuss“ unversöhnliche Gegensätze sind, ist jetzt medizinisch fundiert widerlegt. Professor Markus Metka, Frauenarzt und Pionier der Anti-Aging-Medizin sowie der Hormonforschung in Österreich, hat mit der Soziologin Susanne Altmann ein kluges und kurzweiliges Handbuch vorgelegt: Long Life Kitchen: Die Formel für ein langes Leben zeigt auf, wie viele gesunde Nährstoffe in den traditionellen Küchen weltweit zu finden sind.
Das in der kräftigen Hühnersuppe enthaltene Antioxidans Carnosin dient der Langlebigkeit der Zellen und der DNA. Auch ein Campari Soda vor dem Essen wird wegen seiner stoffwechselfördernden Bitterstoffe und Gewürze für ein „better aging“ empfohlen. Fazit: Die Hausmannskost ist gesünder, als man denkt.  msh

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