Maia Jakubova: „In Wien fühle ich mich bestens aufgehoben.“

Maia Jakubova wurde als eines von zehn Geschwistern in Shahrisabz, im heutigen Usbekistan, geboren. Anfang der 1980er-Jahre ließ sie sich dort zur Diplomkrankenschwester ausbilden und arbeitete sieben Jahre lang in einem Kinderspital. Während der Perestrojka überzeugte sie ihre Familie, nach Wien zu ziehen. Seit 1991 ist sie im Seniorenheim Maimonides-Zentrum beschäftigt, inzwischen als Stationsleiterin.

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© Ronnie Niedermeyer

Wien habe ich zum ersten Mal als Gast erlebt. Meine Schwägerin lebte hier, und wir kamen zur Bar Mizwa ihres Sohnes. Das war im Jahr 1989. Die Sowjetunion war bereits dabei, sich aufzulösen. Mein Mann und ich hatten uns überlegt, nach Israel zu ziehen. Nachdem wir jedoch einige Tage in Wien verbracht hatten, sagte ich zu ihm: „Hier will ich bleiben, hier fühle ich mich sicher.“ In der UdSSR war das Leben nicht einfach. Wir hatten Angst zu sagen, dass wir jüdisch sind, und haben die Feste so gefeiert, dass die Nachbarn es nicht mitbekommen haben. Einmal wurde mein Mann auf offener Straße mit dem Messer attackiert. Wien gewährte uns Asyl. 1991 kamen wir mit drei Koffern an, und seitdem sind wir geblieben. Unsere Kinder waren damals sieben, fünf und vier Jahre alt. Wir bekamen Unterstützung von ESRA und wohnten zu fünft in einer Einzimmerwohnung mit Kabinett und WC am Gang. Im selben Jahr fing ich an, als Stationsgehilfin im Maimonides-Zentrum zu arbeiten. Mein sowjetisches Krankenschwesterdiplom wurde zunächst nicht anerkannt, und ich konnte kein Wort Deutsch, außer „danke“ und „Entschuldigung“. Der Ehrgeiz sagte mir: „So kannst du nicht leben.“ 1995 ließ ich meine Ausbildung nostrifizieren, fünf Jahre später schloss ich in Mödling eine Fortbildung zum mittleren Management ab. Seitdem bin ich hier.

Tipp: Das Maimonides-Zentrum war mein erster Arbeitsplatz in Wien – und fast drei Jahrzehnte später bin ich immer noch hier. Ein gutes Altersheim zeichnet sich dadurch aus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner zum Leben kommen – und nicht zum Sterben. Bei der erstklassigen Betreuung, der modernen Einrichtung und dem vielfältigen Kulturprogramm ist es klar, dass das mein Wien-Tipp ist!

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