Mit Schärfe gegen den Herbst

Im Chili & Pfeffer kocht man vorwiegend Szechuan-Küche zu günstigen Preisen. Der Name gibt schon die Richtung vor.

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© Reinhard Engel

Die Menschen haben unterschiedliche Strategien entwickelt gegen die abnehmende Kraft des Lichts. Die klassische österreichische Antwort auf den Herbst heißt Kürbissuppe. Die Engländer nehmen fette Mayonnaise von Heinz zu sich, der Untertitel auf der Flasche lautet „Liquid Sunshine“. Und zwischen Budapest, Bejing und Buenos Aires spielen scharfe rote und grüne Pfefferschoten die Hauptrolle, wenn es ums Aufwärmen geht.
Chili & Pfeffer hat jetzt jedenfalls Hochsaison. Das Mittagsgericht Shuizhu-Fisch nach Szechuan-Art (scharf, 9,40 Euro) treibt sogar geeichten Paprikasch-Testern ein paar kleine Tränen in die Augen. Der Geschmack ist dennoch alles andere als einseitig und simpel. „Neben Chili spielt der Szechuan-Pfeffer bei unseren Gewürzen die Hauptrolle“, erzählt Nan Du, der sein kleines Lokal im Herzen des siebenten Bezirks vor knapp einem Jahr eröffnet hat. „Es geht nicht nur um Schärfe, es geht um eine Balance, erzielt mit den beiden Szechuan-Pfeffersorten rot und grün.“

Im Herzen des siebten Bezirks spielen rote und grüne Pfeffersorten die Hauptrolle.

 

 

Du steht in der Gastronomie nicht erst seit seiner unternehmerischen Selbstständigkeit für Qualität. Fünf Jahre lang hat er etwa die China Bar auf der Burggasse als Geschäftsführer geleitet. Und diese gehört zum Imperium von Simon Xie Hong, dessen Lokale allesamt gute asiatische Küche in Wien anbieten – etwa im On oder in der China Bar an der Wien.
Gastronom Du teilt seine Speisekarte in Erde, Himmel, Wasser und Garten. Das bedeutet rotes Fleisch, Geflügel, Fisch und Vegetarisches. Die Basis stellt die Szechuan-Küche, darüber hi­naus bietet das Chili & Pfeffer Gerichte aus anderen chinesischen Provinzen sowie einige wenige asiatische Standards. Eine günstige Mittagskarte und saisonale Spezialitäten ergänzen das Angebot.
Ein paar Beispiele: Die knusprigen Maishähnchen (€ 7,80) und die Hühnerspieße aus Szechuan (€ 6,80) sind jeweils nur leicht scharf angeschrieben, ebenso die Hühnerleber in Flammen (€ 7,20). Aus dem Wasser kann man den Shuizhu-Fisch sehr scharf bekommen, entweder aus Heilbuttfilet (€ 14,10) oder – für zwei Personen – aus Graskarpfenfilet (€ 25,80).  „Aber das empfehle ich eigentlich nur Chinesen, dieser Fisch hat ganz besonders viele Gräten“, verrät Nan Du. Das vegetarische „Garten“-Angebot ist umfangreich. Es reicht von leicht scharfen Yüschian-Melanzani (€ 11,80) über Tofuragout mit Wokgemüse (€ 9,80) bis zu den hausgemachten veganen, kurz gebratenen Teigtaschen Jiaozi, gefüllt mit Chinakohl in Sesamöl (€ 5,60).
Zum Essen passend gibt es eine Auswahl österreichischer und französischer Weine, vorsichtig kalkuliert, sogar Champagner für die private oder berufliche Feier ist hier erschwinglich. Und jene letzten Sünder, denen die herbstlichen Kartoffel- oder Laubfeuer nicht ausreichen, dürfen im vorderen Barbereich noch rauchen. Paprikasch

wina- TIPP
Chili & Pfeffer
Schottenfeldgasse 86, 1070 Wien
+43/(0)1/944 40 90
Mo.–Fr.: 11.30–14.30 Uhr & 17–24 Uhr;
Sa.: 17–24 Uhr; So. & Feiertag: 12–22 Uhr
chilipfeffer.at

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