ANTISEMITISMUS prägnant erklärt

Eine neue Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer erläutert das Problemfeld Antisemitismus knapp und eingängig. Eingegangen wird darin auf dessen Funktionen sowie aktuelle Erscheinungsformen. Vor allem aber bekommen Lehrpersonen hier konkrete Anleitungen, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann und wie sie Antisemitismus, der im Klassenzimmer aufpoppt, erkennen und ihm entgegentreten können.

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Bianca Kämpf, Axel Schacht, Adelheid Schreilechner: Antisemitismus. Gesellschaftliche Herausforderung & pädagogisches Handeln. Broschüre, entwickelt von OeAD/erinnern:at, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg, finanziert vom Bildungsministerium.

Antisemitismus in der Schule: Es spüren ihn jüdische Schülerinnen und Schüler an nichtjüdischen Schulen; weit öfter äußert er sich aber ohne jüdische Kinder oder Jugendliche im Klassenverband. Das hat damit zu tun, dass Juden und Jüdinnen im antisemitischen Denken zur Projektionsfläche werden: „Eigene und gesellschaftliche Vorstellungen, Wünsche, Sehnsüchte und Ängste werden auf Jüdinnen und Juden übertragen“, heißt es in der Handreichung gleich zu Beginn, wenn der Frage nachgegangen wird: Was ist Antisemitismus?

Im Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern zeigt sich immer wieder: An Schulen, an denen es keine jüdischen Schüler und Schülerinnen gibt, sehen manche von ihnen keinen Handlungsbedarf. Die im Auftrag des Bildungsministeriums nun von OeAD/erinnern:at, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Pädagogischen Hochschule Salzburg erarbeitete Broschüre vermittelt klar: Judenfeindlichkeit muss immer entgegengetreten werden. Und das sofort.

 

„[…] wie man mit all dem im Klassenzimmer
umgehen kann – sowohl präventiv als auch im Anlassfall.“

 

Nicht jeder Pädagoge und jede Pädagogin ist allerdings mit dem Thema vertraut. Andere erkennen das Problem, haben jedoch Sorge, damit nicht adäquat umgehen zu können, und vermeiden daher die Auseinandersetzung damit im Klassenzimmer. Ihnen allen greift diese Handreichung unter die Arme.

Bianca Kämpf vom DÖW, Axel Schacht von erinnern:at und Adelheid Schreilechner von der Pädagogischen Hochschule Salzburg erläutern auf wenigen Seiten die Geschichte und die Funktionen von Antisemitismus, wie er sich von Rassismus unterscheidet, wie sich Antisemitismus aktuell zeigen kann und welche Motive es gab und heute gibt. Sie lassen aber auch Juden und Jüdinnen zu Wort kommen und ihre Perspektive schildern.

Vor allem aber erläutern sie, wie man mit all dem im Klassenzimmer umgehen kann – und zwar sowohl präventiv (etwa über Lehrplanbezüge, in Form von antisemitismuskritischer Bildungsarbeit) als auch im Anlassfall. Dabei verweisen sie auch auf mögliche Fallstricke. Eine dieser Fallen: bei der Beschäftigung mit Antisemitismus unbeabsichtigt antisemitische Bilder und Stereotype zu reproduzieren. Eine andere: sich mit Jüdinnen und Juden nur im Kontext des Holocaust zu beschäftigen. Das Autor:innen-Team geht aber auch darauf ein, wie man nach dem 7. Oktober 2023 über Israel und Palästina sprechen kann.

Fazit: eine hilfreiche Zusammenschau, die auch Personen außerhalb des Schulsystems in Sachen Geschichte und aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus einen guten Überblick verschaffen kann.

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