Diskont für Genießer

Über die Restaurantrestplatzbörse Delinski Smart Table Booking kann man in Wien, Graz und Linz unbürokratisch Ermäßigungen von 15 bis 30 Prozent bekommen.

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Drei Gründer und ein Gastronom: Paco Matzinger, Moritz Fiebinger, Lukas Zielinski und, dritter von links, Simon Xie Hong (On, On Market, China Bar).

Am Anfang waren manche skeptisch. Warum sollten gute Restaurants Preisnachlässe gewähren, nur weil jemand über eine bestimmte Buchungsplattform bei ihnen reserviert? Doch in wenigen Jahren konnte sich Delinski solid etablieren. Heute finden sich auf seiner Website immerhin rund 200 Wiener Lokale, vom Luxusrestaurant bis zum In-Beisl, dazu etwa 25 in Graz und 15 in Linz.

Es sind aber nicht immer dieselben, und das hat seinen Grund. Für die Gastronomie gibt es vor allem zwei Argumente, den Delinski-Kunden einen Nachlass zu gewähren: Diese kommen zu Zeiten, in denen die Nachfrage schwächer ist, also entweder vor oder nach dem abendlichen Hauptgeschäft. Dann füllen sie ein eventuell halb leeres Lokal auf. Ähnliches gilt für heiße Sommer und den Kampf gegen Freilichtkinos, Summerstages und Heurige. Oder man möchte neue, oftmals jüngere Kundenschichten erreichen und sie mit einem verlockenden Angebot erstmals ins Restaurant bringen.

Daher wechselt auch die Liste der durch Delinski buchbaren Lokale ständig. Manche Restaurants tauchen auf und verschwinden, wer ohnehin ausgebucht ist, braucht es nicht billiger zu geben. Andere wieder erscheinen kurzfristig, aber man muss eventuell Kinderjausen oder Mitternachtssnacks lieben, um sie nutzen zu können. Dann gibt es aber 15 bis 30 Prozent Nachlass von der gesamten Rechnung – mit wenigen Ausnahmen. Dazu zählen etwa teure Weine, weil dort die Kalkulation ohnehin schon knapper ausfällt, oder billige Mittagsmenüs.

Man möchte neue jüngere Kundenschichten erreichen und sie mit einem verlockenden Angebot ins Restaurant bringen.

Die Abläufe sind ganz einfach. Es braucht weder Kupons noch Rabattmarkerl. Man kann sich bei Delinski registrieren oder auch bloß als Gast eine Onlinebuchung machen. Das gewünschte Restaurant hat auf der Website angegeben, für wann der Diskont buchbar ist, die Reservierung wird von Delinski durchgeführt und per Mail bestätigt. Der Kunde konsumiert dann im Lokal wie auch sonst üblich, am Ende wird von seiner Rechnung der Nachlass abgezogen. Fairerweise bleibt die Basis für das Trinkgeld der volle Preis, denn Kellnerinnen und Kellner sollen nicht bestraft werden, wenn der Lokalbesitzer Marketing oder Yield-Management betreibt.

WINA- TIPP
Delinski smart table booking auch als App fürs Mobiltelefon delinski.at

Gegründet haben Delinski vier junge Wiener: Lukas Zielinski, Paco Matzinger, Moritz Fiebinger und Arno Nöbl mit Hilfe eines deutschen Investors. Der Name leitet sich vom Familiennamen eines der Gründer ab, kombiniert mit dem Verweis auf delikat, Delikatessen oder schicke New Yorker Delis. Mit ein Grund war gewesen, dass einschlägige Begriffe für Food-Websites entweder schon belegt waren oder zumindest reserviert und nur sehr teuer zu haben. Also wählten die Jungunternehmer einen Kompromiss: Delinski als schräge Brand und Smart Table Booking als erklärenden Zusatz.

Sie mussten seit ihrem Start vor fünf Jahren etwas nachjustieren. Ursprünglich hatten die Kunden jedes Mal fünf Euro Buchungsgebühr zu zahlen, das stellte sich als Wachstumshürde heraus. Und die Rabatte waren mit 30 Prozent fix festgelegt, für manche niedrigpreisigeren Lokale kaum zu schaffen. Also gibt es heute eine Staffelung: 15, 20 und 30 Prozent.

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