Das jüdische Leben in Döbling vor 1938

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Der First Vienna Football Club wurde von den Gärtnern der Rothschild-Gärten mit der finanziellen Unterstützung von Nathaniel Mayer Anselm von Rothschild im August 1894 gegründet. Die Farben des Fußball-Clubs entsprechen bis heute, den Farben im Wappen des Wiener Zweigs des Hauses Rothschild, Blau-Gelb. Die Vienna ist der älteste Fußball- Verein Österreichs. Das Stadion wurde 1921 eröffnet.

Von 14. März bis 01. April wird im Q19 in DÖBLING eine Fotoausstellung gezeigt, die das vielfältige jüdische Leben in Döbling vor 1938 wieder lebendig macht.

Das Kaufhaus Gerngross, (c) OENB 

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt jüdischen Lebens in Döbling , das mit dem „Anschluss“, der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1938, schlagartig beendet wurde.

Der Bezirk wurde 1892 aus den ehemaligen Vororten Unter– und Oberdöbling, Grinzing, Heiligenstadt, Nussdorf, Josefsdorf, Sievering und Kahlenbergerdorf gebildet und 1938 um Neustift am Walde und um Salmannsdorf erweitert.

Mehrere Villensiedlungen trugen sehr rasch zum bürgerlichen und großbürgerlichen Charakter des Bezirks bei. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen sich auch wohlhabende jüdische Familien in Döbling nieder. Sie errichteten Wohnhäuser und unterstützten wohltätige Projekte wie die Krankenschwestern Schule Rudolfinerhaus oder das sog. Nervenschlössel in der Hofzeile und das Blindeninstitut auf der Hohen Warte. Die heute noch wichtigen Erholungsorte des Bezirks Wertheimstein Park, Hohe Warte Park wie auch die Sportstätte Vienna Stadion in der Klabundgassegehen gehen ebenfalls auf jüdische Initiativen zurück.

Die Volkszählungen 1923 und 1934 wiesen ungefähr 5.700 jüdische Personen in Döbling nach. Das entsprach etwas 10,2 % der Gesamtbevölkerung des Bezirks. (Quelle: Susanne Helene Betz „Wiener Judentum und Wiener Sport in der Zwischenkriegszeit“)

Neben  bürgerlichen Familien von Ärzten und Rechtsanwälten, lebten in den in Döbling errichteten Gemeindebauten Karl Marx-Hof, Pestalozzi-Hof und Klose-Hof – um nur einige zu nennen, viele jüdische Familien und waren Teil der sozialen Vielfalt in diesem „Nobelbezirk“. Wie auch die Künstler und Intellektuelle, die es nach Döbling zog. Manche ihrer Villen sind bis heute sichtbar, wie unter anderem die Villa Wertheimstein auf der Döblinger Hauptstraße, wo das Bezirksmuseum Döbling untergebracht ist.

Dieses fruchtbare Miteinander in Döbling nahm mit dem „Anschluss“ 1938 ein jähes Ende, die Bewohner mussten fliehen, wurden verschleppt und ihres Eigentums beraubt.

Die Ausstellung ist im Q19 zeigt nun, anhand von Originalaufnahmen und ausführlichem Begleittext, wie Döbling von der Vielfalt jüdischen Lebens profitiert hat und welche Spuren heute noch im Bezirk sichtbar sind.

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