Fürsorge und Widerstand

Acht Lebensgeschichten von in der sozialen Arbeit in Wien tätigen mutigen und widerständigen Frauen werden von Mai bis September 2026 auf dem Verteilerkreis Favoriten vorgestellt.

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Ausstellung
BRÜCHE IN DER GESCHICHTE
DER SOZIALEN ARBEIT
Verfolgung und Widerstand im
Nationalsozialismus in Wien
4. Mai bis 30. September 2026
Verteilerkreis Favoriten

 

Die Politikwissenschafterin Irene Messinger, Professorin für soziale Arbeit an der Hochschule Campus Wien, hat in den vergangenen Jahren 80 Biografien von Fürsorgerinnen erforscht, die im Nationalsozialismus wegen ihrer jüdischen Herkunft, aber auch wegen ihres widerständigen Engagements verfolgt wurden. Zwei Bücher zu diesem Thema hat sie im Nomos Verlag publiziert, sie sind beide mit Open Access zugänglich.

Von Mai bis August macht nun eine Ausstellung im öffentlichen Raum auf das Leben und Wirken von acht dieser Fürsorgerinnen aufmerksam, darunter bekannte Pionierinnen wie Ilse Arlt, Franzi Löw und Else Federn, aber auch bisher unbekanntere Frauen, deren Leben eng mit dem Bezirk Favoriten verknüpft war.

Die Auswahl der fünf weiteren Biografien verbindet den Ausstellungsort mit den erzählten Geschichten: Zu sehen ist die Schau auf dem Verteilerkreis. Auf Bauzäunen wurden zwölf Plakate affichiert. Vier von ihnen informieren in leicht verständlicher Sprache über die Geschichte der sozialen Arbeit und den Beruf der Fürsorgerin, über die Brüche in der NS-Zeit, Verfolgung, Vertreibung und Widerstand. Auf acht weiteren werden konkrete Lebenswege geschildert.

Eine der Porträtierten ist Hilde Böhmer (1906–2003). Sie leitete Ende der 1920er- Jahre das erste Arbeiterkinderheim und lebte mit ihrem Mann, Josef Böhmer, in Favoriten. Ab 1930 war sie als Fürsorgerin im Jugendamt tätig, zuletzt in ihrem Wohnbezirk. Das Paar konnte 1939 über Paris und Kuba in die USA flüchten.

Ansprechen will Messinger am Ausstellungsort Verteilerkreis einerseits Studierende der sozialen Arbeit sowie von Gesundheitsberufen, aber auch die Wissenschaftsgemeinde und Passant:innen, dabei vor allem Frauen mit eigener Fluchtund Migrationserfahrung. Alle Lebensgeschichten werden in der Schau mit vielen Bildern aus Wien illustriert. Insgesamt bemüht sich die Ausstellung, komplexe historische Zusammenhänge niederschwellig zugänglich zu machen.

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