Gawriel Karschigijew: „Zum Glück mussten wir in Wien bleiben“

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GAWRIEL KARSCHIGIJEW wurde 1971 in der heutigen kirgisischen Hauptstadt Bischkek geboren. Nach der Alija 1973 zog seine Familie noch im selben Jahr nach Wien, wo er ab 1994 Medizin studierte. 2018 gründete er eine Zahnarztpraxis. © Ronnie Niedermeyer

Geboren wurde ich als jüngstes von fünf Kindern in Frunse in der UdSSR. 1973, im zarten Alter von knapp zwei Jahren wanderte ich mit meiner Familie nach Israel aus. Dort lebten wir allerdings nur einige Monate und zogen nach dem Jom-Kippur-Krieg nach Österreich. Damals gab es nur eine Handvoll bucharischer Familien in Wien. Ziel vieler dieser Familien, so auch meiner, war es, wieder in die
sowjetische Heimat zu gelangen. Zu unserem großen Glück wurde unser Ansuchen von den Sowjets abgelehnt, und wir blieben in Wien. Nach der Pflichtschule begann ich mit fünfzehn Jahren eine Lehre als Goldschmied. Schon damals wollte ich Medizin studieren und besuchte eine Abendschule, um die Matura zu erlangen. 1994 begann ich mein Medizinstudium an der Uni Wien. Während eines Israel-Aufenthaltes 1997 lernte ich meine zukünftige Frau Berta kennen, bereits einen Monat später heirateten wir. Das war die schnellste und beste Entscheidung meines Lebens. 1998 kam unser Sohn Jonathan zur Welt, der heute selbst Medizin studiert. 2002 wurde unser zweiter Sohn, Uriel Chai, geboren. Im selben Jahr promovierte ich zum Dr. med. univ. Nach meinem Präsenzdient als Militärassistenzarzt im Heeresspital begann ich 2004 meine Ausbildung zum Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universitätsklinik. Ariel Levi kam 2008 zur Welt; nach drei Buben bekamen wir 2011 unsere Tocher Sarah. Mein Zweitstudium zum Zahnarzt eröffnete mir die Möglichkeit, mich 2014 vom Spitalsleben im AKH zu verabschieden. Im August letzten Jahres eröffnete ich meine zahnärztliche Ordination im 2. Wiener Gemeindebezirk.

Tipp: Dank meiner Erfahrung in der Mund- und Kieferchirurgie genieße ich als Zahnarzt vielleicht eine zusätzliche Perspektive über diesen wichtigen Bereich des menschlichen Körpers. Besonders freut es mich, dass viele meiner Patientinnen und Patienten mich als beruhigend beschreiben und dass ich ihnen die Angst nehmen kann.

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