Ein reinrassiger Beagle schnüffelt in einem Krankenhaus in Israel an einer Patientin. Nach kurzer Zeit beginnt er an einer Stelle ihrer Brust zu lecken. Dieses vierbeinige Labor ist eine vielversprechende Methode zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs, die israelische Onkologen zur verbesserten Diagnose verschiedener Krebsarten testen.

Hunde haben einen bemerkenswerten Geruchssinn, der im Vergleich zum Menschen um das Hunderttausendfache besser ist. Wissenschaftler des Assuta-Krankenhauses in Israel haben herausgefunden, dass Hunde in der Lage sind, viele Krebserkrankungen durch ihren Geruch wahrzunehmen. Wie bei zahlreichen anderen Erkrankungen hinterlässt auch Krebs spezifische Spuren oder Geruchssignaturen im menschlichen Körper und in seinen Sekreten, die Hunde in einer Studie mit absoluter Genauigkeit identifizieren konnten. Dennoch ist die Forschung noch im Fluss, und Effektivität wie Verlässlichkeit der Krebserkennung durch Hunde erfordern weitere Untersuchungen, ebenso wie die Frage, welche Art von Hundetraining am wirkungsvollsten ist. Die Rasse des medizinischen Spürhundes spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Neben dem Beagle können auch Dackel, Labradore oder Collies eingesetzt werden.

Da Hunde schnell müde werden, haben Wissenschaftler des Technion in Haifa daran gearbeitet, eine vergleichbare Technologie für elektronische Nasen zu entwickeln, die derzeit in einer laufenden klinischen Studie erprobt wird. Diese vielversprechende Methode hat das Ziel, Sensoren und Nanotechnologien einzusetzen, die den hochentwickelten Geruchssinn von Hunden imitieren.

Dieses Gen würde keine gesunden Zellen angreifen,
im Gegensatz zur herkömmlichen Chemotherapie.

 

© jk via canva

Ein trojanisches Gen
Vor ungefähr einem Jahr enthüllten neue Studien eines Forschungsteams der Universität Tel Aviv einen potenziellen Fortschritt für die Behandlung von Krebs. Die Wissenschaftler entdeckten zum ersten Mal ein Protein, das das Immunsystem daran hindert, Tumore anzugreifen und sie dadurch unschädlich zu machen, was das unkontrollierte Zellwachstum fördert. Daraufhin konzentrierten sich die Forscher darauf, dieses Protein zu verändern, um das Immunsystem zu aktivieren und die Krebszellen zu beseitigen. Erste Labor- und präklinische Tests zeigen bereits ermutigende Resultate und schaffen neue Perspektiven für Immuntherapien. Ein bestimmtes Gen spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dieses Gen wollen die Forscher so modellieren, dass es gezielt die Krebszellen buchstäblich dazu bringt, sich selbst zu vergiften. Es würde innerhalb der Krebszellen eine Art trojanisches Pferd darstellen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Chemotherapie würde dieses Gen keine gesunden Zellen angreifen. In bisherigen Tierversuchen verschwanden nach nur einer Injektion mit dem modifizierten Gen zwischen 44 und 60 Prozent der Krebszellen.

Früherkennung
Jahrzehnte vor Ausbruch von Alzheimer
Auch in der Forschung zu Alzheimer nimmt die israelische Wissenschaft eine Spitzenposition ein und bringt vielversprechende neue Erkenntnisse. Alzheimer zählt zu den am weitesten verbreiteten Formen von Demenz bei älteren Menschen. Diese Krankheit zeigt sich durch verschiedene schädliche Vorgänge in den Gehirnzellen, die zu einer erheblichen Abnahme der Gehirnfunktion führen. Das Gehirn ist ein empfindliches und einzigartiges Organ, das über ein eigenes, speziell angepasstes Immunsystem verfügt, welches vom restlichen Körper abgetrennt ist.
Bisher konnten Untersuchungen zur Alzheimer-Demenz nur an Gehirnen von Verstorbenen durchgeführt werden. Jetzt haben Wissenschaftler der Hebräischen Universität in Jerusalem in Zusammenarbeit mit der Harvard University in den USA einen speziellen Signalweg in bestimmten Gehirnzellen entdeckt, der bereits 20 Jahre vor dem Auftreten klinischer Anzeichen auf den Beginn von Alzheimer hindeutet. Diese Früherkennung könnte letztendlich eine Therapie ermöglichen, die der fortschreitenden Krankheit entgegenwirkt. Durch die kartografische Auswertung von 1,65 Millionen Gehirnzellen und mithilfe eines neuartigen Algorithmus namens BEYOND wurde es möglich, die Wege bestimmter Gehirnzellen zu untersuchen. Mittels eines PET-Scans sowie speziellen Biomarkern kann dann eine frühzeitige klinische Diagnose von Alzheimer gestellt werden.

 

Israel investiert einen beträchtlichen Teil seines
Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung,
was zu einer hohen Innovationskraft führt.

Parkinson erkennen, bevor Symptome auftreten
Wie bei der Alzheimer-Krankheit wird auch Parkinson erst erkannt, wenn bereits erhebliche Gehirnschäden aufgetreten und Behandlungen nur noch eingeschränkt wirksam sind. Am Institute of Life Sciences der Hebräischen Universität Jerusalem haben israelische Wissenschaftler im April 2025 einen Bluttest entwickelt, der präzise feststellen kann, ob ein Patient an Parkinson leidet – noch bevor irgendwelche Anzeichen sichtbar werden.
Sie wandten eine neue Methode an, indem sie die Überreste abgestorbener Zellen untersuchten. Da die Natur alle Dinge wiederverwendet, mussten auch diese Rückstände eine gewisse Funktion haben. Die Wissenschaftler fanden zwei bedeutende Biomarker mit veränderten Mustern, die das Potenzial besaßen, erhebliche Veränderungen im Körper in Verbindung mit einem Verlust der Nervenzellen zu bewirken. Ein spezieller Algorithmus verglich die Blutzellen von gesunden und kranken Menschen. In etwa 86 Prozent der Fälle konnte der Algorithmus korrekt zwischen gesunden und kranken Personen unterscheiden. Die Ergebnisse waren besser als die aktueller Diagnoseverfahren und konnten vorhersagen, welcher Patient das Risiko hatte, an Parkinson zu erkranken. Das Ziel der Wissenschaftler ist es nun, einen einfachen Bluttest zu entwickeln, den jeder Arzt durchführen kann, um bei allen Patienten über 65 Jahren festzustellen, ob ein Risiko für die Entstehung von Parkinson besteht.

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Wissenschaft als Motor für Innovation und Lebensqualität
Israel nimmt im Bereich der wissenschaftlichen Forschung weltweit eine Spitzenposition ein, insbesondere im Verhältnis zur Größe und Einwohnerzahl des Landes. Israel investiert einen beträchtlichen Teil seines Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung, was zu einer hohen Innovationskraft führt. Jeder Fortschritt bringt nicht nur die Wissenschaft voran, sondern bietet auch die Möglichkeit, Leben zu verbessern. Zahlreiche dieser bemerkenswerten Forschungsergebnisse konzentrieren sich auf die Behandlung und Bekämpfung von verheerenden Krankheiten, die die Gesellschaft heimsuchen. Forscher aus allen Bereichen stimmen jedoch überein, dass Vorbeugung von Krankheiten ein wesentlicher Teil guter Lebensqualität ist. Dabei übernehmen Ernährung und Bewegung, die die biologischen Prozesse im menschlichen Körper positiv beeinflussen, Schlüsselfunktionen.

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