Esther Wratschko, 1990 in Korneuburg geboren, studierte Chorleitung und Musikpädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und verbrachte einen künstlerischen Forschungsaufenthalt in New York. Als Sängerin und Leiterin verschiedener Ensembles – unter anderem ihres Duos Soveles – verbindet sie persönliche Geschichten mit sensibler Lyrik und innovativen Klanglandschaften. Ihre Stimme findet sich ebenso im klassischen Chorgesang wie in experimentellen Projekten mit Synthesizer und Klavier. Seit 2024 ist sie Ko-Kuratorin des KlezMORE Festival Vienna, das diesen November unter dem Motto „Heyb uf dayn kol – Erhebe deine Stimme“ stand.
klezmore-vienna.at
Das letzte Mal,
dass ich meine Stimme erhoben habe, war …
für die „Steine des Gedenkens“ im Stuwerviertel. In der Hillerstraße wurden neue Gedenksteine gelegt, den ehemaligen Bewohner:innen der Leopoldstadt gewidmet. Für sie jiddische Widerstandslieder zu singen – das war eine Form des Erinnerns, die tief berührt.
Das letzte Mal, dass jemand für mich die Stimme erhoben und mich bestärkt hat, war …
in einer Phase großer beruflicher und persönlicher Entscheidungen. Ich konnte mich auf ein Netz aus Kolleg:innen und engen Vertrauten verlassen, die mich auffingen und ermutigten, meinen Weg weiterzugehen.
Das letzte Mal, dass ich mich besonders gefreut habe, eine bestimmte Stimme zu hören, war …
bei einem Konzert meines jiddischen Vokalduos Soveles, das ich mit Isabel Frey gegründet habe. Im Rahmen des Yiddish Summer Weimar 2025 standen wir mit unserem Freund und Mentor Daniel Kahn auf der Bühne – ein Künstler, dessen Stimme mich seit Jahren begleitet. Gemeinsam für a besere velt zu singen, war ein besonderer Moment. Ich habe mich dann auch sehr gefreut, ihn zur Eröffnung des KlezMORE Festivals 2025 im Porgy & Bess wiederzuhören.
Das letzte Mal, dass ich glücklicherweise auf meine innere Stimme gehört habe, war, …
als ich trotz Termindrucks ein Sommerkonzert annahm. Das Wetter war wechselhaft, die Stimmung großartig: Mit meinem Trio durfte ich auf der schönsten Piazza Wiens, mitten in der Josefstadt, mein neues jiddisches Soloprogramm Fli, mayn foygl vorstellen – open air, auf einem weißen Flügel. Ein Abend, der mir bleibt.
Das letzte Mal, dass mich eine Stimme künstlerisch begeistert hat, war …
die der polnischen Sängerin Ola Bilinska. Ich stieß bei den Festivalrecherchen auf sie – und war sofort verzaubert. Sie bringt frische Klänge in die jiddische Musik, wagt Neues. Und auch sie war beim KlezMORE Festival dieses Jahr live in Wien zu erleben.





















