Hilfe im Studiendschungel

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edu:connect bietet individuelle Beratung, um für jeden und jede den passenden Ausbildungsweg zu finden. Von Alexia Weiss  

  Die Matura rückt in greifbare Nähe: Aber was nun? Die einen haben keine Ahnung, was sie studieren sollen. Die anderen wissen, welches Berufsfeld sie interessiert, suchen aber nach der besten Ausbildung, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Und wieder andere zieht es zum Studium ins EU-Ausland oder in die USA. Doch wie dort die richtige Uni finden, einen Studienplatz ergattern?

Student Counseling ist in den USA oder Großbritannien gang und gäbe. In Österreich ist das noch eher Neuland. Mit der immer stärkeren Diversifizierung des Bildungsangebots – zu den öffentlichen Universitäten haben sich inzwischen Fachhochschulen sowie Privatuniversitäten gesellt – hat sich allerdings ein Studiendschungel aufgetan. Dazu kommen in immer mehr Fächern Studienplatzbeschränkungen und damit Aufnahmeverfahren.

„Gerade bei Jugendlichen geht es ja auch oft darum, von der Fremdbe-stimmung weg-zukommen.“ Jutta Pletzer

Die aus den USA stammende Soziologin und Pädagogin Sara Eisenkrämer-Malowicki hat gemeinsam mit ihrer Kollegin Jutta Pletzer, Erziehungswissenschafterin, Coach und Supervisorin, nun eine Lücke geschlossen: Seit 2014 bieten sie mit ihrem Unternehmen edu:connect hier individuelle Beratung an.

Die Motivation, in diesem Bereich tätig zu werden, war bei beiden durchaus auch persönlich motiviert: „Ich bin zeit meines Lebens eine Suchende – und habe immer wieder Ausbildungen gemacht. Wenn man hier nach etwas Neuem sucht, bekommt man aber kaum Hilfestellung“, erzählt Pletzer. Ähnliche Erfahrungen hat auch Eisenkrämer-Malowicki gemacht. „Völlig unübersichtlich“: Das war der erste Eindruck, den sie von der Uni Wien hatte, als sie 1987 als Fulbright-Assistentin nach Wien kam. „Da war niemand, der einem irgendwie geholfen hätte, seinen Weg zu finden.“ Daher hat sie sich schließlich für ein Studium an einer pädagogischen Akademie entschieden. Als es dann um die weitere Ausbildung ihrer Kinder ging, sei sie erneut vor diesem Problem gestanden.

Individuelle und maßgeschneiderte Beratung: Das ist das Angebot von edu:connect. Am Anfang steht eine Testung, welche die Interessen des Klienten oder der Klientin aufzeigt. Dann folgen detaillierte Gespräche, in denen gemeinsam ausgelotet wird, wo die Interessen und die Begabungen liegen, ob es eher einen verschulten Rahmen geben oder freies Studieren sein soll, ob es den Betreffenden ins Ausland zieht oder er oder sie lieber in Österreich bleiben will. Im Rahmen der individuellen finanziellen Möglichkeiten recherchieren Eisenkrämer-Malowicki und Pletzer dann – gemeinsam mit den Klienten – passende Ausbildungswege.
Wichtig ist Pletzer, dass die Betroffenen in dem ganzen Prozess aktiv mitarbeiten. „Man kann nicht hier sitzen wie ein Trichter und sich mit Informationen vollschütten lassen. Gerade bei Jugendlichen geht es ja auch oft darum, von der Fremdbestimmung wegzukommen.“ –„Es geht um Empowerment“, ergänzt Eisenkrämer-Malowicki.

Ist die Entscheidung gefallen, sind die beiden auch bei der Bewerbung um einen Studienplatz behilflich. Was im EU-Ausland und in den USA bereits seit Langem Usus ist, hält nach und nach übrigens auch in Österreich Einzug: Lebensläufe müssen eingereicht oder „Personal Essays“ geschrieben werden.

Stichwort Studienplatzbeschränkung: Eisenkrämer-Malowicki weist darauf hin, dass so genannte außerschulische Aktivitäten bei Bewerbungen an angelsächsischen Universitäten eine große Rolle spielen. Als Beispiele nennt Pletzer etwa Ferienjobs, soziales und insgesamt ehrenamtliches Engagement, Sprachaufenthalte im Ausland, aber auch sportliche Leistungen, etwa das Trainieren in einem Verein und die Teilnahme an Wettbewerben.

Wissenserwerb und Finanzierung

Neben Studien­platzbeschränkungen sind Studiengebühren heute nicht nur an Unis im Ausland üblich. Auch für ein Studium an einer Privatuniversität in Österreich muss man einiges an Geld aufbringen, und zwar bis zu 6.000 Euro pro Semester. In den USA sind es zwischen 20.000 und 40.000 Dollar pro Studienjahr, inklusive Studentenheim und Mahlzeiten. Etwas günstiger sei ein Studium in Europa oder Kanada.

Rund ein Drittel der Klienten von edu:connect interessieren sich für ein Studium in Übersee. „Die Vorstellungen ähneln sich dann meist sehr: Man kennt Harvard, Yale, Princeton“, schmunzelt Eisenkrämer-Malowicki. Es gebe in den USA aber an die 4.000 Hochschulen. Und wer zum Beispiel die ersten beiden Jahre des Studiums an einem Community College absolviere, könne dann immer noch einen Abschluss an einer der angeseheneren Unis machen, so aber jede Menge Geld sparen. Sie räumt auch mit dem Fehlglauben auf, dass man sich das Studium dann vor Ort durch Arbeit teilweise finanzieren könne. Das sei nämlich nicht erlaubt.

Wen es in die USA oder nach Kanada zieht, der sollte sich mindestens ein Jahr vor Schulabschluss an Eisenkrämer-Malowicki und Pletzer wenden. Das erlaubt das Herausfinden der sechs, sieben geeignetsten Universitäten und das fristgerechte Bewerben um einen Studienplatz. Auch bei Interesse an einem Studienplatz innerhalb der EU braucht es etwa ein Jahr Vorlaufzeit. Wer in Österreich bleiben möchte, hat etwas weniger Zeitdruck. Doch auch die Bewerbungen an Fachhochschulen sind bereits im Frühjahr vor Studienbeginn einzureichen. Hier sollte man sich also spätestens im Dezember an edu:connect wenden.

Das Unternehmen agiert übrigens unabhängig – die Beratung ist also privat zu bezahlen. Das Basispaket (wenn in Österreich studiert werden will) kommt hier auf 350 Euro. Wer sich bei einer ausländischen Uni bewerben möchte, für den kommt die Beratungsleistung von Pletzer und Eisenkrämer-Malowicki auf bis zu maximal 950 Euro.

Die beiden beraten aber auch, wenn jemand nach einer geeigneten Weiterbildung oder nach einem Wechsel des Berufsfelds sucht. Und Pletzer und Eisenkrämer nehmen sich auch Schulabbrechern an. Hier einen konstruktiven Neustart zu erreichen, das brauche aber Zeit, betont Pletzer. Etwa ein Jahr müsse man dem oder der Jugendlichen meist geben, bis er oder sie so weit ist, etwas Neues zu beginnen. Das müsse dann nicht immer in Richtung Matura gehen, sondern könne zum Beispiel auch ein Lehrabschluss sein. Und manchmal ist – auch für so manchen Maturanten – ein Gap Year das Beste. Auch hier ist edu:connect behilflich: Sprachaufenthalte, ein Freiwilligenjahr oder aber Arbeiten im Ausland – alles ist möglich. „In den USA gibt es zum Beispiel viele Möglichkeiten, unentgeltlich zu arbeiten, dafür aber die Fixkosten bezahlt zu bekommen“, so Eisenkrämer-Malowicki. Als Beispiele nennt sie etwa die Arbeit in einem Naturpark oder die Betreuung von Kindern oder Obdachlosen. Ein solches Jahr macht sich dann übrigens wieder bei der Bewerbung um einen Studienplatz gut – und ist damit ebenso eine Investition in eine gute Ausbildung.  ◗

Jutta Pletzer, geboren 1965 in Kitzbühel, ab 1989 Studium (Erziehungswissenschaften und Psychologie) an der Uni Wien. Studienprogramme im Bereich Diversity in den USA sowie längerer Auslandsaufenthalt in Rio/Brasilien. Ausgebildete Supervisorin, Coach und Organisationsberaterin. 15 Jahre in leitender Position in Non-Profit-Organisationen tätig. Heute liegen ihre Schwerpunkte im Personal Coaching, Führungskräftecoaching, Elterncoaching und der Karriereberatung von Jugendlichen und Erwachsenen. Seit 2014 Geschäftsführung von edu:connect.

Sara Eisenkrämer-Malowicki, geboren 1965 in den San Diego/USA, Germanistik- und Soziologiestudium am Mills College, 1987 Übersiedlung nach Wien als Fulbright-Assistentin, hier später Studium an einer pädagogischen Hochschule. Von 1996 bis 1998 in Israel. Neben ihrer Tätigkeit für edu:connect bis heute als Lehrerin an einer Wiener Schule tätig.
educonnect.at

Bild: Jutta Pletzer (li.) und Sara Eisenkrämer-Malowicki.
© Daniel Shaked

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