Hungry Guy – West-östliche Pita

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Das Hungry Guy bietet kreative Fusionküche mit Selbstbedienung.

Dass ich Israeli bin, ist Zufall.“ Eyal Guy, geboren in Tel Aviv, möchte sein neues Lokal Hungry Guy nicht bloß unter israelisch, nahöstlich oder orientalisch einordnen lassen. „Sicher, unser Hummus kommt aus dem Orient, aber der Fisch ist aus der Nordsee. Ich würde lieber sagen, wir verbinden Ost und West.“ Offeriert wird auch keine bloße Rezeptsammlung aus den verschiedenen Himmelsrichtungen: „Alles hier ist ein bisserl anders, wir probieren etwas aus, und wenn es passt, verkaufen wir es.“

„Alles hier ist ein bisserl anders, wir probieren etwas aus, und wenn es passt, verkaufen wir es.“ Eyal Guy

hgDie Frauen und Männer, die bei Hungry Guy arbeiten, kommen aus 13 verschiedenen Ländern, und wenn sie ihre Kreativität anstrengen, können schräge Sachen herauskommen: Melonenstücke auf dem Burger, Schoko- oder Kaffeegeschmack im Chili, Kalbfleischbällchen mit Oliven und Sauerkraut. Nicht alles wird jedem schmecken, aber fad kann man es bestimmt nicht nennen. Und auch neue Varianten bekannter Gerichte finden sich: vom klassischen Brathendl (die drehen sich auf Spießen in einer Ecke des Restaurants) bis zu Shakshuka, das hier außer dem Ei kalt serviert wird, viel Hummus und wenig Paprika-Ratatouille enthält, dafür aber ungewohnt und interessant gewürzt ist.

Es sind nicht nur die manchmal gewagten Kombinationen, die das Hungry Guy vom Mitbewerb unterscheiden. Es ist vor allem die Pita, die entweder befüllt wird oder bei den Pfannengerichten inkludiert ist. Sie wird frisch gebacken, was zwar dem Schick des Lokals nicht unbedingt zuträglich ist – der eine Flügel schaut direkt in die Bäckerei. Dafür erreicht man eine Qualität, die an die besten Pizzerien der Stadt herankommt: knusprig, geschmackvoll und weit von dem entfernt, was anderswo meist aus Importplastiksackerln herausgeschnitten und kurz aufgewärmt wird. „Wir waren einfach mit der angebotenen Qualität nicht zufrieden“, erzählt Restaurantschef Guy, „deshalb haben wir die eigene Bäckerei gebaut.“

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Guy hat lange Erfahrung in mediterraner Gastronomie in Wien. Zuletzt war er Geschäftsführer bei der Levante-Kette. Sein Partner bei Hungry Guy ist Richard Lanczmann, der früher das Bawag-Café betrieb, aber vor allem seit vielen Jahren in der Systemgastronomie unterwegs ist, zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn und der Slowakei. Darunter sind bekannte Marken, etwa Pizza Hut, Häagen Dazs oder Chiquita Bar. Als Dritter ist der Steuerberater Selim Karabece dabei, er hält unter anderem Beteiligungen an einer Pizzeria und einem Burger-Lokal im neunten Bezirk.

„Magst no was kosten?“,   fragt eine der freundlichen jungen Hungry-Guy-Frauen hinter der Bar in rustikalem Ikea-Du. Die abgeschnittenen Pita-Eckerln werden mit Mini-Portionen von frisch Gekochtem gefüllt, die Häppchen ausgeteilt. Ja, wir wollen, und es zahlt sich aus. Sonst hätten wir vielleicht nie das dunkelbraune persische Hühnerragout Fesendschan mit Granatapfelkernen probiert.

Von Paprikasch

Restaurant- TIPP
Hungry Guy
Rabensteig 1, 1010 Wien
Reservierung: guy@hungryguy.wien
Öffnungszeiten: tgl. 11.30–23 Uhr
hungryguy.wien

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