Israelischer Film international gefeiert

Anfang September wird der israelische Oscar, der Ophir, vergeben. Auch international überzeugen israelische Filme bei den A-List-Festivals.

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Zwischen den zwei wichtigsten Filmfestivals in Israel, dem Jerusalem Film Festival im Juli und dem Haifa Film Festival im September, werden die Erfolge der israelischen Filme bei den A-List-Festivals von Venedig und Toronto gefeiert.
Der renommierte Regisseur Avi Nesher meldet sich mit dem Drama The Other Story zurück, des seine Premiere beim Toronto Film Festival feiert und das diesjährige Haifa Film Festival eröffnet. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus säkularem Haus (Joy Rieger), die ein Mitglied einer ultraorthodoxen Gemeinschaft in Jerusalem (Nathan Goshen) heiraten möchte. Ihre geschiedenen Eltern (Yuval Segal und Maya Dagan) und ihr Großvater (Sasson Gabai) wollen dies nicht zulassen und schmieden einen Plan. Mit Hauptdarstellerin Joy Rieger hat Avi Nesher bereits bei seinem letzten Film 2016 Past Life gearbeitet. Dieses Jahr gewann die 24-Jährige beim Tribeca Film Festival in New York den Preis als „Beste Schauspielerin international“.

© Ophir-Awards, wikipedia

Auch das Drama Redemption von den Regisseuren Joseph Madmony und Boaz Yehonatan Yaacov, welches bereits als Publikumsliebling beim Jerusalem Film Festival gefeiert wurde, wird im Rahmen der Reihe „Zeitgenössisches Weltkino“ in Toronto gezeigt. Hauptdarsteller Moshe Folkenflik erhielt für seine Rolle als orthodoxer Vater, der angesichts der Krankheit seiner Tochter sein früheres Leben als Rockbandsänger wieder aufleben lässt, den Preis als bester Hauptdarsteller beim Karlovy Vary Film Festival im tschechischen Karlsbad.
Von Jerusalem nach Toronto schafften es auch Michal Aviads Drama Working Woman, das sich mit dem Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz beschäftigt, und das Erstlingswerk The Dive von Yona Rozenkier. The Dive teilte sich dieses Jahr den Preis für den besten Film mit Tsivia Barkai-Yacovs Red Cow beim Jerusalem Film Festival. Rozenkier, der gemeinsam mit seinen zwei Brüdern als Schauspieler für seinen ersten Spielfilm vor der Kamera stand, durfte auch den Preis als bester Schauspieler für das Trio mit nachhause nehmen. Beim Locarno Festival in der Schweiz wurde The Dive mit dem Junior Jury Award für den besten Film ausgezeichnet.

Der israelische Filmpreis Ophir,
benannt nach Shaike Ophir, wurde erstmals
1982 von der Israelischen Akademie

für Film und Fernsehn vergeben.

In Venedig sind diesmal gleich zwei Filme des prominenten israelischen Filmemachers Amos Gitai zu sehen. A Tramway in Jerusalem und A Letter to a Friend in Gaza werden außer Konkurrenz bei der Biennale di Venezia gezeigt. Beim Horizons-Wettbewerb des Festivals, der parallel zum Hauptwettbewerb stattfindet und sich auf neue Trends im Filmschaffen konzentriert, werden die Filme Stripped von Yaron Shani und Tel Aviv on Fire von Sameh Zuabi gezeigt.
Zuabis Komödie Tel Aviv on Fire wird auch im Discovery-Programm des Toronto Film Festival gezeigt, gemeinsam mit Fig Tree von Alamork Davidian, die mit ihrem Film über den Bürgerkrieg in Äthiopien für den besten Film bei den Ophir Awards nominiert ist.
Der israelische Filmpreis Ophir wurde erstmals 1982 und seit 1990 jährlich von der Israelischen Akademie für Film und Fernsehen vergeben, das Äquivalent der US-amerikanischen Akademie für Fernsehkunst und Wissenschaft. In achtzehn Kategorien wird er vergeben und ist benannt nach dem verstorbenen Schauspieler Shaike Ophir, der vor allem durch seine Rolle in Ephraim Kishons Schlaf Gut, Wachtmeister bekannt ist. Der Film, der in der Kategorie „Bester Film“ überzeugt, wird automatisch als Beitrag zur Nominierung für den besten fremdsprachigen Film bei den Oscars eingereicht.

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