Italienisch-japanische Freundschaft

Die Cucina Itameshi im Dogenhof auf der Praterstraße brummt zwei Jahre nach der Eröffnung wie eh und je.

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Im Dogenhof genießt man auch weiterhin ungewöhnliche Fusionküche. © Reinhard Engel

WINA TIPP
CUCINA ITAMESHI
Praterstraße 70, 1020 Wien
Küche: Mo.–Fr., 12–15 & 17–22 Uhr, Sa., 12–22 Uhr
Drinks: Mo.–Sa., 12–23 Uhr
So. und feiertags geschlossen
Tel.: +43/(0)1/212 257 570
cucina-itameshi.at

Es ist ein lauer Montagabend im Frühsommer. Kein Tisch bleibt unbesetzt, weder im Garten noch im Lokal. Und für die Reservierung war längst nicht mehr jeder Slot frei, die Hungrigen mussten schon flexibel sein.

Die Cucina Itameshi wurde ziemlich genau vor zwei Jahren eröffnet, als für Wien doch ungewohnte Fusionsküche. An diese herangewagt hatten sich Edi Dimant und Tobias Müller, deren kleines, nicht koscheres Gastronomiereich am stadtnahen Ende der Praterstraße begonnen hatte. Das war 2012 mit dem Mochi, ebenfalls ein Langzeiterfolg. Dann kamen mehrere weitere Standorte dazu, zwei o.m.k.-Lokale, eines gegenüber vom Mochi, eines auf dem Hohen Markt in der City, schließlich eine Ramen-Bar, spezialisiert auf japanische Nudelsuppen, am Volkertmarkt.

Die Cucina Itameshi logiert im Dogenhof, einem gotisch angehauchten Bau aus dem Jahr 1898, damals als Hotel errichtet und beeinflusst von der populären Unterhaltungswelt „Venedig in Wien“ im nahen Prater. Hotel ist es schon lange keines mehr; aber der venezianische Löwe prangt noch immer gülden über dem Eingang. Die Geschichte des Hauses war abwechslungsreich, zuletzt teilten sich ein Geschäft für analoge Technik und das Restaurant Dogenhof das Erdgeschoss. 2023 ging Letzteres in Konkurs, die Mochi-Truppe sperrte im Frühjahr 2024 auf.

Die Eigendefinition für die Küche liest sich auf der Speisekarte so: „Die Cucina Itameshi im Dogenhof fokussiert sich auf italienisch-japanische Kochtechniken in Kombination mit den besten saisonalen Produkten.“ Quasi als Beleg für Letzteres wird eine ganze Reihe von Lieferanten angeführt.

Doch was bietet die Küche? Sie ist kreativ und mit nur wenigen Fisch- und Fleischgerichten stark in Richtung vegetarisch ausgerichtet. Beim größten Block auf der Karte steht als Überschrift: „To share.“ Daher werden die Teller auch in der Mitte des Tisches zum Teilen eingestellt. Die Burrata Midori ist etwa eine handgemachte Burrata mit süßem Edamame-Miso und gegrillten Erbsen (18,50 €), beim Hamachi Crudo handelt es sich um kalte Gelbschwanzmakrelen mit Rhabarber und Koriander (25,50 €). Und auch die Pasta zeigt Erbschaften aus beiden kulinarischen Traditionen: Spicy Rigatoni wohnen in einer Sake-Tomatensauce mit homemade Chili Crunch und Parmesan (19,50 €), die Udon Cacio e Pepe sind handgemachte asiatische Udon-Nudeln mit Pecorino und Pfeffer, das Eigelb muss der Gast selbst unterrühren (21,50 €). Suzuki alla Brace ist ein Wolfsbarsch mit Kapern, Zitronenverbene und Nori (32 €), und die Asparagi Bianchi Szechuan verfeinern den Spargel mit einer Sancho-Hollandaise und Limette (27,50 €).

Die durchwegs köstlichen Speisen werden mit einem umfangreichen Angebot an Aperitifs ergänzt, teils ebenfalls aus der Fusion-Ecke. Die Weinkarte ist umfangreich und selbstbewusst bis überteuert kalkuliert.

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