Kaffee mit Küsschen

Es gibt immer ein erstes Mal – aber auch ein letztes. In diesem Monat berichtet uns Schauspielerin Rita Hatzmann-Luksch über die Aktualität von Schnitzler-Stücken und die Vorteile, mit dem eigenen Mann zu arbeiten.

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© Ensemble21

Rita Hatzmann-Luksch steht als Ein-Frau-Show auf der Bühne. Sie bringt Schnitzlers über 300 Seiten starken Roman Therese als ergreifende Geschichte einer Frau auf der Suche nach Liebe und Selbstbestimmung in neuer Fassung auf die Bühne. Live eingebunden wird die Lebensgeschichte in die eigens dafür erstellten
Kompositionen ihres Ehemanns Georg O. Luksch. Den malerischen
Hintergrund für die Performance bietet eine visuell-experimentelle Filmprojektion von Erich Heyduck mit Bildern aus der Schnitzler-Zeit.
Therese: Samstag, 11. Mai 2019, 19 Uhr, Waldmüllerzentrum,
Hasengasse 38, 1100 Wien, im Rahmen der Bezirksfestwochen
Favoriten, Eintritt frei!
Weitere Infos & Termine: ensemble21.at

 

Das letzte Mal,

dass ich dachte, „Therese“ hat noch immer aktuelle Ansätze, …
… war, als bei der Mindestsicherung, die ja häufig von Alleinerzieherinnen in Anspruch genommen wird, und auch bei der Familienbeihilfe Einsparungen gemacht wurden.
Da wird den Schwächsten, nämlich Kindern aus armen Familien, mit geringen Bildungschancen, noch etwas weggenommen. Das kann ich nicht verstehen. Auch Thereses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder eine gute Bildung erhalten.

Das letzte Mal, dass ich auch gerne Teil des Wiener Fin de Siècle gewesen wäre, war, …
… als ich in den Filmbildern aus der Schnitzler-Zeit, die der Experimentalfilmer Erich Heyduck für unser Stück erstellt hat, die schönen Kleider und Hüte der Damen gesehen habe.

Das letzte Mal, dass ich mich zu sehr mit einer meiner Bühnenfiguren identifiziert habe …
Ja, ich gebe zu, das passiert schon mal, wenn ich mich intensiv in eine Geschichte hineinlebe. Da kann es passieren, dass ich durch Wien spaziere, mir die vielen Autos wegdenke, die schönen Gebäude bewundere und mir vorstelle, ich wäre Therese. Je länger ich mich mit einem Stück beschäftige, umso mehr Parallelen entdecke ich zwischen der Bühnenfigur und mir. Wahrscheinlich suche ich mir intuitiv Stoffe aus, die mich stark ansprechen. Dann ist der innere Antrieb größer, das Stück wirklich auf die Bühne zu bringen.

Das letzte Mal lieber mit einem riesigen Ensemble gearbeitet hätte ich gerne …
Es wäre natürlich toll, wenn auch dieses Stück auf eine große Bühne käme. Cissy & Hugo a Caracas – unser Musiktheater über Cissy Kraner und Hugo Wiener – war ja mehrmals im Akzent auf der großen Bühne, das hat schon eine super Wirkung.

Das letzte Mal, dass ich dachte, gemeinsam mit meinem Mann zu arbeiten hat doch Vorteile, …
… war heute Morgen, als ich noch ein bisschen müde war und er mir erst einmal einen Kaffee mit einem Kuss am Schreibtisch serviert hat.

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