Kulinarischer Wechsel von „Malka“ zu „Sababa“

Das koschere milchige Lokal in der Taborstraße 81 mutierte zum leistbaren fleischigen Restaurant.

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Neuer Name, neues Konzept: Aus dem Malka wurde das Sababa. Statt koscher milchig isst man nun koscher fleischig. Und preiswerter. Also: Alles paletti! © Reinhard Engel

WINA-TIPP
SABABA
Taborstraße 81, 1020 Wien
+43/(0)676/847 76 12 11
Mo.– Do., 18 –23:30 Uhr,
So., 14–23:30 Uhr

Die Stimmung und die Tische im luftigen Garten sind noch immer so einladend wie zu Zeiten, als hier koschere milchige Küche angeboten wurde. Geblieben ist noch das riesengroße Logo der Malka (hebräisch für Königin) auf der Hausmauer. Denn seit Kurzem nennt sich das Lokal Sababa* – „alles paletti“ – und serviert nur mehr koschere fleischige Küche.

Nicht nur das Geschirr hat sich logischerweise geändert, sondern höchst erfreulich auch die Speisen, allen voran aber das Preis- Leistungs-Verhältnis des Angebots und der Qualität. Die Gerichte bei Malka, sehr oft bemüht italienisch, ohne es wirklich zu sein, waren überteuert. Einfache Nudelgerichte, die jüdische Hausfrauen im Familienalltag auch kochen, überstiegen oft die 25-Euro- Grenze. Auch wenn die koscheren milchigen Produkte teurer sind als Fleisch, weil diese großteils importiert werden müssen, erkannte offensichtlich auch die Betreiberfamilie Davidov, dass sich diese Küche weder für sie noch für das auf koscher angewiesene Publikum lohnt.

Klug ist, wer schnell auf solche Tatsachen reagiert, und das ist dem jungen Hausherrn Avishai Davidov mit dem Sababa jetzt gelungen. Zwei Männer mit Kippot sitzen in After-work-Laune im Garten und genießen: ein stattliches Entrecôte- Steak in Pfeffersauce mit hausgemachten Pommes (37,50 €) der eine, der andere einen hohen Beef-Burger mit allem Drum und Dran um 18,9 €. Ein Elternpaar feiert am Nebentisch den 40. Geburtstag ihres Sohnes und dessen Ehefrau mit diversen Köstlichkeiten.

Gewählt wird aus einer Fülle von bodenständigen und traditionellen Speisen. Mit einer großen Vorspeisekarte gibt man sich dabei nicht ab, hier heißt es schlicht Sharings, das sind Gerichte, die man gut teilen kann, die aber nicht weniger nahrhaft sind, auch wenn die Hauptspeise erst kommt. Zum Beispiel eine „Starter Platter for 2“, die sieben verschiedene hausgemachte Vorspeisensalate bietet (14,9 €), oder ein Rote-Rüben-Hummus mit Falafel und einer Pita (9,90 €). Fein cremig sind der Hummus- Teller mit gegrilltem Huhn (12,90 €) wie auch das Rindsragout um wohlfeile 14,90 €. Getestet wurde auch das Beef Blini (14,90 €), das mit israelischem Salat und süß-sauerer Soße serviert wird.

Auch die usbekische Kulinarik ist bestens vertreten mit dem typischen Plov-Gericht, langsam gekochtem Reis mit Karotten und Rindfleisch (24,90 €), sowie dem „Duschpere“, kleinen, mit Rind gefüllten Knödeln in einer Rindsuppe (17,90 €). Außer den klassischen Fleischspeisen mit Schwerpunkt Rind findet man auch Hühnerschnitzel mit Pommes um 14,90 €, für koschere Küche sehr günstig. Gegrillter Lachs in einer französischen Sauce mit Erdäpfeln um 22,90 € lautet das preiswerte Fischangebot. Erfreulicherweise gibt es auch fünf gemüselastige WOK-Gerichte zwischen 12,90 € und 19,90 €.

Bei den Getränken staunt man über den Espresso um 4,20 € und den Weißen Spritzer um 7,90 € – aber vielleicht sind das noch Überbleibsel von Malka, denn Bier und Coca- Cola (jeweils 0,33 l) kosten nur 4,50 €. Der koschere Wein ist teurer, vor allem, wenn er aus Israel importiert wird. Österreichische Winzer bieten hier ein gutes, faires Koscher- Wein-Sortiment.

Der Wechsel von der „Königin“ zum „Alles paletti-Sababa“ ist gelungen, und man kann mit Familie oder Freunden frisches, gutes Essen genießen.

 


* Sababa ist ein vielseitiges Slang-Wort im modernen Hebräisch, das ursprünglich aus dem Arabischen stammt. Es bedeutet im Deutschen „cool“, „okay“ oder „super“.

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