KUNST ALS ANTWORT

Es gibt immer ein erstes Mal. Aber auch ein letztes. In dieser Ausgabe spricht der Schauspieler und Regisseur Itay Tiran über seinen Kunzt-Dialekt und Bildung als wichtige Investition.

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© Susanne Hassler-Smith

Itay Tiran, geboren in Petach Tikwa, wurde ursprünglich als Pianist ausgebildet, studierte dann aber Schauspiel und war bereits während seiner Ausbildung am Cameri Theater in Tel Aviv aktiv. Seit der Spielzeit 2019–2020 ist Tiran Ensemblemitglied am Burgtheater in Wien, wo er als Schauspieler wie auch als Regisseur tätig ist. Zu seinen Inszenierungen zählen unter anderem Vögel und Mein Kampf. Am 20. Juni wird er noch einmal in der grandiosen Rolle des Burgtheaterzwergs in der aktuellen Inszenierung von Elfriede Jelineks Stück Burgtheater zu sehen sein. Das Stück, eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen, verbindet Jelineks sprachgewaltige Vorlage mit zeitgenössischen Theatermitteln, etwa Live-Kameraeinsätzen und multimedialen Elementen, um die Themen Faschismus, Verdrängung und die Verantwortung des Theaters kritisch zu beleuchten.
festwochen.at

 

Das letzte Mal,

dass mich Theater persönlich aufgeregt hat – im guten oder schlechten Sinne – war …
das Stück Barocko, inszeniert vom exilierten russischen Regisseur Kirill Serebrennikov am Thalia Theater in Hamburg. Es war im vergangenen Jahr auch am Burgtheater im Rahmen der Wiener Festwochen zu sehen. Es war ein sehr bewegendes Theaterereignis, und die Verbindung des Begriffs „Barocko“ als kulturelles und politisches Merkmal mit der
Musik von Komponisten wie Rameau und Bach in ungewöhnlichen Arrangements hat mich zutiefst berührt.

Das letzte Mal, dass mir Kultur dabei geholfen hat, ein Problem zu lösen war …
jeden Tag! Die Beschäftigung mit Kunst ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Form der Therapie.

Das letzte Mal, dass ich die Kraft von Kunst spüren konnte, war …
Kürzlich habe ich den Dokumentarfilm Favoriten von Ruth Beckermann gesehen. Ein wichtiger Film, der vielen bewusst macht, wie entscheidend Investitionen in Bildung für zukünftige Generationen sind.

Das letzte Mal, dass ich beruflich etwas gelernt habe, war …
im Stück Burgtheater, das vor einigen Wochen entstanden ist. Darin spreche ich im „Kunzt-Dialekt“.

Das letzte Mal gerne Wiener war ich …
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich überhaupt „Wiener“ nennen kann. Aber eines ist sicher: Wien hab’ ich sehr lieb.

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