KUNST ALS GESCHENK

Es gibt für alles ein erstes Mal – aber auch ein letztes. In dieser Ausgabe verrät Bela Koreny, was ihn glücklich macht und warum seine Frau seit 53 Jahren damit lebt, dass er falsch singt.

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© Moritz Schell

Bela Koreny, 1946 in Ungarn geboren, zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens. Der Pianist, Komponist, Schauspieler und Veranstalter
begeistert seit Jahrzehnten mit musikalisch-literarischen Programmen und gilt als Grandseigneur der anspruchsvollen Unterhaltungsmusik. Zu seinem 80. Geburtstag ehrt ihn das Theater Akzent mit einer großen Gala, die Künstler:innen
wie Wolf Bachofner, Shlomit Butbul, Mercedes Echerer, Lilian Klebow, Karl Markovics, Ethel Merhaut u. v. a. gestalten.
akzent.at

 

Das letzte Mal,

dass ich etwas gelernt habe, war …
vor 24 Minuten, um 22 Uhr. Und zwar, dass es wirklich 22 Uhr ist. Und dass 22 Uhr nicht 23 Uhr ist, denn dazwischen kann viel passieren.

Das letzte Mal, dass mir jemand ein schönes Geschenk gemacht hat, war …
heute im Café Korb. Ich habe mich mit einer Kollegin über meinen Geburtstag unterhalten. Sie war sehr überrascht, dass ich 80 werde, und machte ein unglaubliches Gesicht – dieses Geschenk möchte ich nicht missen.

Das letzte Mal, dass ich mir selbst ein Geschenk gemacht habe, war …
gerade jetzt, indem ich diese Fragen beantworte. Aber grundsätzlich ist in dieser verrückten Welt wohl das größte Geschenk für einen Menschen die Kunst: Musik, Theater, Literatur …

Das letzte Mal, dass ich dachte: „Das Leben ist doch ein Geschenk“, war, …
als meine Enkelin gelacht und mich angestrahlt hat.

Das letzte Mal, dass ich jemandem ein Geburtstagsständchen gesungen habe, war …
für meine Frau, nach 53 glücklichen Jahren. Und sie freut sich immer noch darüber, dass ich falsch singe.

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