
Vor einem halben Jahr schien schon alles gelaufen: US-Präsident Donald Trump war kurz davor, den 42-jährigen Unternehmer und Piloten Jared Isaacman zum neuen NASA-Chef zu berufen. Doch dann kam das Zerwürfnis mit Elon Musk dazwischen, für Trump war Isaacman zu nahe am nun feindlichen Tesla- und SpaceX-Boss, daher sagte er ihm kurzfristig wieder ab. Nun, angeblich auch nach einer Spende von einer Million Dollar in Richtung Trump, ist wieder alles gut: Isaacman leitet seit 18. Dezember die US-Raumfahrtsbehörde.
Er ist ein interessanter, bunter Typ. Jared wurde 1983 in eine jüdische Familie geboren. Die High School in New Jersey brach er mit 16 ab, denn er hatte schon eine eigene kleine Firma gegründet, zur Reparatur von Computern. Das war ihm wichtiger. Mit 21 begann er dann mit dem Flugunterricht, und das Fliegen sollte seine große Leidenschaft werden – später auch geschäftlich.
Doch zunächst war er in einer ganz anderen Branche erfolgreich. 1999 gründete er in Pennsylvania ein Unternehmen zur Abwicklung von elektronischen Zahlungen: United Bank Card. Dieses hieß zeitweise Harbourtouch, nennt sich heute Shift4Payments und ist Milliarden schwer. Doch Isaacman wollte auch Business und Interessen verbinden. So gründete er in Florida Draken International, ein Unternehmen zur privaten Ausbildung von USKampfpiloten. Dazu baute er die weltweit größte Flotte an Trainings- und (unbewaffneten) Kampfjets auf, zu seiner Flotte gehören neben A4K Skyhawks diverse Trainer von Aermacchi und Aero, 25 MIG 21 und 22 zweisitzige Mirage F1B. Vor drei Jahren wollte Isaacman 12 gebrauchte F16 von der Niederländischen Luftwaffe kaufen, diese gingen aber schließlich an die Ukraine.
Auch mit Raumfahrt hatte Isaacman schon zu tun. Er leitete als Kommandant einen frei finanzierten Flug ins All mit Musks SpaceX als erste bemannte Raumfahrtsmission, bei der ausschließlich Privatpersonen an Bord waren. Isaacman flog noch mehrmals mit SpaceX, unternahm sogar selbst den ersten nichtstaatlichen Weltraumspaziergang.
Was er bei NASA vorhat, ist noch unklar. Er hat zwar ein vertrauliches Positionspapier abgegeben, aber viel mehr als eine Ausweitung der Kooperation mit privaten Raumfahrtunternehmen wie SpaceX weiß man daraus nicht. Er möchte den so genannten Artemis-Plan zur erneuten Mondlandung von Astronauten fortführen. Und früher einmal sprach er davon, die in die Jahre gekommene und langsam absinkende Raumstation mit dem Teleskop Hubble durch eine gewagte Rettungsmission wieder zu stabilisieren und zu erneuern.
Laut dem Schweizer Magazin Tachles „betont Isaacman seine jüdische Herkunft nicht“, sein Vater Don ist allerdings bei Chabad aktiv.
























