Neues Duo am Friedhof

Katharina Doré und Milan Stojkovic übernehmen den Steinmetzbetrieb am 4. Tor. Mit dem Firmennamen schließen sie an die Arbeit des bisherigen Steinmetzes, Jiri Schreiber, an und nennen das neue Unternehmen „J. Schreiber & Partner“. Schließlich sei der Name Schreiber untrennbar mit dem jüdischen Friedhof verbunden, so Doré.

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Katharina Doré & Milan Stojkovic. „Der Stein ist für die Ewigkeit.“

Milan Stojkovic (40) ist Steinmetzmeister, Katharina Doré (31) studierte zunächst Kunstgeschichte und entschloss sich dann, eine Bildhauerlehre zu absolvieren. Sieben Jahre arbeitete sie nach dem Abschluss vor allem im Bereich Steinrestaurierung und -konservierung. Vor einigen Jahren lernten einander die beiden Steinspezialisten bei einer Schulung für Restauratoren kennen – seit 2019 betreiben sie gemeinsam in Wien-Donaustadt die AFS Stein GmbH, die vor allem im Bereich Bauwesen tätig ist. Dabei sind sie in Neubauprojekte eingebunden, führen aber auch Restaurierungsarbeiten durch.
Nun soll das Gebäude am Tor 4, in dem der Steinmetzbetrieb untergebracht ist, in den kommenden Monaten saniert und technisch erneuert werden. Um einen gelungenen Übergang zu gestalten, führt Jiri Schreiber noch jene Aufträge aus, die er bereits übernommen hat. Neue Aufträge nehmen Doré und Stojkovic an – übersiedeln werden sie dann voraussichtlich mit Beginn 2021 an die neue Adresse in Wien-Simmering.
Weiterhin werden sich die beiden im Bauwesen engagieren. Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt soll aber nun die Arbeit am Friedhof werden. „Im jüdischen Glauben ist der Stein etwas Wesentliches“, freut sich Stojkovic. „Hier ist man gerne bereit, etwas Schönes und Würdevolles hinzustellen.“
„Der Stein ist für die Ewigkeit“, ergänzt Doré, das sei auch ein großer Unterschied zur Tätigkeit etwa auf christlichen Friedhöfen, wo Gräber nach einiger Zeit aufgelöst werden könnten.
Gräber für die Ewigkeit bringen aber auch Probleme mit sich: Steine sind gefährdet zu kippen. In der Wartung und Restaurierung sehen die beiden daher künftig den Schwerpunkt ihrer Arbeit am Tor 4. Doré ist es hier etwa bei alten und wertvollen Grabanlagen ein Anliegen, so zu restaurieren, „dass man den Alterswert erhält und das Grab dann eben nicht aussieht wie neu“. Stojkovic ist vor allem der Sicherheitsaspekt wichtig.
Angehörigen wollen die beiden daher anbieten, im Rahmen eines Wartungsvertrags die kontinuierliche Grabpflege und -reinigung zu übernehmen. Eine Beauftragung kann auch aus dem Ausland erfolgen: Gerne suchen die beiden das Grab eines Verwandten auf, dokumentieren den Zustand fotografisch und machen per Mail Vorschläge, wie Sanierungsarbeiten aussehen könnten.

»Im jüdischen Glauben ist der Stein etwas Wesentliches.
Hier ist man gerne bereit,
etwas Schönes und Würdevolles hinzustellen.«

Milan Stojkovic

Die jüdische Kultur ist für beide Neuland, sie freuen sich aber schon, sich mit den Traditionen des Judentums bekanntzumachen, erzählen sie. Für hebräische Inschriften gebe es sowohl Schablonen wie auch Softwareprogramme, das sei also kein Problem. Die Friedhofsverwaltung sei zudem behilflich beim Korrekturlesen von Inschriften. „Ich finde die hebräische Schrift sehr schön“, sagt Doré.
Stojkovic, der übrigens als gebürtiger Serbe auch ein bisschen Russisch spricht, sieht am jüdischen Friedhof vor allem die Möglichkeit, ganz im Sinn der traditionellen Steinmetzarbeit nachhaltig zu arbeiten. „Es gibt alle möglichen Maschinen, aber das wird einem am Friedhof nicht helfen. Die zwei, drei Männer, die einen Grabstein aufstellen, müssen genau wissen, was sie tun.“

J. Schreiber & Partner GmbH
Ab sofort erreichbar unter: +43/(0) 1/ 76 71 009 oder
office@grabsteine-schreiber.at
Öffnungszeiten ab Jänner am Tor 4: Montag bis Freitag
von 9 bis 13 Uhr sowie nachmittags nach vorheriger
telefonischer Vereinbarung.
https://www.grabsteine-schreiber.com

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