„Oh’ mein Gott“ im Theater Akzent: Feiner, absurder jüdischer Humor

Katharina Stemberger und Wolf Bachofner liefern ein äußerst vergnügliches Kammerspiel mit dem Text der Israelin Anat Gov

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© Daniela Matejschek
Der erste Durchgang von Aufführungen im Mai 2025 war so nachgefragt, dass noch im Herbst Vorstellungen eingeschoben wurden. Wer dieses theatralische Feuerwerk damals versäumt hat, kann das jetzt am 18. und 19. Februar im Theater AKZENT nachholen. Danach geht die erbauliche Komödie auf Tournee, zuerst nach Niederösterreich, dann sogar nach Südtirol.
Denn auch in Zeiten wie diesen, darf man sich amüsieren und ein wenig die Welt draußen lassen. Apropos Welt, ja in Oh’ mein Gott ist gerade von der Schöpfung dieser die Rede: Die Therapeutin Katharina Stemberger legt „Gott“ ,Wolf Bachofner, auf die Couch, um zu erfahren, was bei der Schöpfung alles schief gelaufen ist. Denn der liebe Gott hat die Menschheit satt und will sie auslöschen. Die Therapeutin arbeitet mit „Patient Gott“ die alttestamentarische Bibel ab, um den Fehlern auf die Schliche zu kommen.
Eine kluge, berührende und sehr witzige Geschichte, die das Duo mit viel Temperament und Spaß an der Sache, mit vielen (richtigen) Lachern im Publikum, hier darbringt. Die Autorin des Stücks, Anat Gov, 1953 in Tiberias, Israel geboren, studierte Theaterwissenschaften an der Universität Tel Aviv. Danach begann sie für verschiedene TV Comedy- und Satiresendungen zu arbeiten. Ab 1991 hat sie zahlreiche Theaterstücke geschrieben, die an angesehenen israelischen Theatern wie dem Cameri Theatre und dem Israeli Theatre aufgeführt wurden, für die sie auch Auszeichnungen erhielt.
In Deutschland war sie u.a. präsent durch ihre Mitwirkung am Theaterprojekt „Opposing Sides“ im Theater Heilbronn, einer Gemeinschaftsarbeit israelischer und palästinensischer Autoren. Darüber hinaus war sie in ihrer Heimat Israel als Kolumnistin für die Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ tätig. Nach schwerer Krankheit verstarb sie 2012 mit nur 59 Jahren. Es ist erfreulich, dass Anat Govs Arbeit nicht vergessen ist,und in Wien und ganz Österreich zu erleben ist: Ihr Schicksal ist traurig,aber ihre Schöpfung lebt weiter.

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