TANZEN FÜR DIE GEMEINSCHAFT

Es gibt für alles ein erstes Mal – aber auch ein letztes. In dieser Ausgabe verrät uns der Tänzer und Choreograf Matan Levkowich, was ihn sein Körper jeden Morgen verrät und warum er nicht tanzt, um glücklich zu sein.

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© Theresia Kaufmann

Matan Levkowich ist Tänzer, Choreograf und Gründer von Movement Lab, einer Plattform für Bewegungspädagogik, Performance und tänzerisch-theoretische Forschung. Seit über einem Jahrzehnt widmet er sich der Frage, wie man eine sinnvolle Beziehung zwischen Körper und Geist entwickelt – mit Elementen aus zeitgenössischem Tanz, Contact Improvisation, somatischen Praktiken und Kampfkunst. Parallel dazu lädt er in seinem Podcast Material for the Brain zu ungezwungenen Gesprächen über Bewegung, Theorie und Alltag ein. Neben Workshops und Performances ist sein Lehransatz im Movement Lab Wien und online zu erleben.

movementlab.eu    matanlevkowich.com

 

Das letzte Mal,

dass ich gutes „Material for the Brain“ bekam, war …
während der Aufnahme meines letzten Podcasts, als mein Gast Christos Galanis den Unterschied zwischen dem Judentum und den anderen monotheistischen Religionen beleuchtete – und warum dem Judentum der Expansionsdrang fehlt, den Christentum und Islam zu teilen scheinen.

Das letzte Mal, dass mich Tanzen besonders glücklich machte, war …
Ich tanze nicht, um glücklich zu sein. Für mich ist Tanzen ein Raum zum Fühlen – egal, welche Emotionen vorhanden sind. Ich tanze, weil mich die Bewegung Menschen näher bringt. Tanzen ist für mich eine Art soziale Technologie: eine Praxis, die den Gemeinschaftsgeist stärkt.

Das letzte Mal, dass ich beim Tanzen etwas gelernt habe, war …
Tanzen lehrt mich in kleinen täglichen Dosen. Jeden Morgen beginne ich den Tag damit, in meinen Körper hineinzuspüren, und es gibt immer etwas zu entdecken – beispielsweise etwas, dem ich Aufmerksamkeit schenken kann, um mein Verständnis dafür zu vertiefen, was es bedeutet, in einem Körper zu leben. Keine große Offenbarung, nur eine fortwährende Auseinandersetzung.

Das letzte Mal, dass mich etwas buchstäblich aus dem Rhythmus brachte, war …
Am Tag der offenen Tür meiner Movement-Lab-Schule war ich in einer ganz besonderen emotionalen Verfassung. Als ich versuchte, den Abschlussvortrag zu halten, fehlten mir plötzlich die Worte. In diesem Moment ließ ich meinen Plan fallen und begann zu improvisieren, indem ich direkt von dort sprach, wo ich war. Es wurde eine ganz andere Erfahrung als erwartet.

Das letzte Mal, dass ich einen „Lamourhatscher“ getanzt habe, war …
Nun ja, ich musste googeln, was ein Lamourhatscher ist … und die ehrliche Antwort lautet wohl: noch nie.

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