Vom Jeans-Laden zum Modekonzern

Doris Fisher, Mitgründerin der internationalen Modekette GAP, ist 94-jährig in Kalifornien gestorben.

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© GAP; Freepik

Begonnen hat es ganz einfach und unspektakulär. Don und Doris Fisher eröffneten auf der Ocean Avenue in San Francisco einen Jeans-Laden, in dem auch Musik- LPs verkauft wurden. Das war 1969 und die Besonderheit: Don hatte Levi’s versprochen, er würde immer sämtliche Größenvarianten der robusten einstigen Goldgräberhosen führen. Die Arbeitsteilung des Ehepaars sollte sich auch in den folgenden Jahrzehnten nicht ändern: Er war für die Finanzen verantwortlich, sie für den Einkauf und die Kollektionen. Noch in ihren Achtzigern wusste Doris Details über gerade aktuelle Stile und Schnitte.

Es sollte freilich nicht lange bei dem einen Geschäft bleiben. Ein Jahr nach der Gründung öffneten sie ein zweites in San Jose, drei Jahre später gab es schon 25 Filialen, mit ersten an der Ostküste. Daraus würde in wenigen Jahrzehnten ein international aufgestellter Bekleidungskonzern werden – und ihre Gründer reich machen. 2024 setzte Gap an 3.500 Standorten 15,1 Mrd. Dollar um und erzielte einen Reingewinn von 844 Mio. Weltweit zählt der Konzern 82.000 Beschäftigte, weitere Marken, die dazu gehören, sind – neben GapKids und BabyGap – Banana Republic und Old Navy.

 

2024 setzte Gap an 3.500 Standorten 15,1 Mrd. Dollar um
und erzielte einen
Reingewinn von 844 Mio. Weltweit
zählt
der Konzern 82.000 Beschäftigte.

 

Don Fisher, Jahrgang 1928, war eigentlich ursprünglich Immobilienmakler, ins Mode-Business hatte ihn sein eigener Bedarf gebracht. Er fand es immer wieder schwierig, Jeans zu fifinden, die ihm genau passten. Doris Fisher wurde 1931 in San Francisco als Doris Lee Feigenbaum geboren. Ihr Vater war ein bekannter und politisch gut vernetzter Anwalt. Doris studierte in Stanford Wirtschaftswissenschaften, damals für Frauen noch keine Selbstverständlichkeit.

Die Fishers traten als großzügige Sponsoren und Donatoren auf. Zunächst einmal sammelten sie moderne Kunst, mit zunehmendem Wohlstand auch bekannte Namen: Andy Warhol, David Hockney, Roy Lichtenstein, Gerhard Richter, Anselm Kiefer. Sie fifinanzierten mit viel Geld Schulen in ärmeren Gegenden. Und sie spendeten auch an Politiker. So unterstützten die Fishers, selbst Republikaner, etwa Arnold Schwarzenegger bei seiner Wahl zum kalifornischen Gouverneur; sie setzten auf Gegner Barack Obamas bei dessen Präsidentschaftskampagne, waren allerdings auch offen für Demokraten, die ihnen lagen, etwa Nancy Pelosi, die langjährige kalifornische Kongressabgeordnete und zeitweise Sprecherin.

Don Fisher, Kongregationsmitglied des Emanu-El-Tempels in San Francisco, starb 2009, Doris blieb weiter in der Firma aktiv. Freilich wandelte sich die Bekleidungsbranche drastisch, Stichworte: Online-Handel, Covid, Chinese Fast Fashion, und das bekam auch Gap zu spüren, musste immer wieder Sparprogramme implementieren, hunderte von Filialen schließen. Dennoch soll laut Medienberichten Doris Fisher zuletzt immer noch über ein Vermögen von 1,7 Mrd. Dollar verfügt haben. Sie hinterlässt drei Söhne, zehn Enkel und 13 Großenkel.

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