Neues Kooperationsprojekt stärkt Erinnerungen
Die Entscheidung des österreichischen Parlaments im Jahr 2019, Nachkommen von Opfern des Nationalsozialismus die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu ermöglichen, war wegweisend. Seither haben bereits über 40.000 Menschen ihr Vertrauen in Österreich gesetzt und damit auch ein Stück verlorener Identität zurückgewonnen.
"Erinnerungskultur heißt Verantwortung. Verantwortung für die Gegenwart, aber vor allem für die Zukunft. Das neue Projekt von Außenministerium und Nationalfonds füllt diesen Anspruch mit Leben. Es verwandelt Erinnerung in einen aktiven Beitrag – gegen Antisemitismus, gegen Ausgrenzung und für eine offene, demokratische Gesellschaft“, so Staatssekretär Sepp Schellhorn.
Das österreichische Außenministerium und der Nationalfonds der Republik Österreich starten deshalb nun gemeinsam das Projekt Erinnerung im Dialog – Stimmen der Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreicher. Anläßlich des internationalen Holocaust-Gedenktages gab es Das Vorhaben rückt die persönlichen Geschichten jener in den Fokus, die nach dem Parlamentsbeschluss von 2019 ihre österreichische Staatsbürgerschaft wiedereingebürgert haben. Das gemeinsame Projekt soll die vielfältigen Erfahrungen von Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreichern durch wissenschaftliche Forschung und künstlerische Aktivitäten sichtbar und erlebbar machen, um das Bewusstsein für die österreichische Vergangenheit zu festigen und die Erinnerungen lebendig zu halten. Heute, am Internationalen Holocaustgedenktag, wurde das Projekt im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt.

Hannah M. Lessing, Vorständin des Nationalfonds beschrieb das gemeinsame vorhaben so: „Erinnerung und Dialog prägen seit 30 Jahren unsere Arbeit. Dieses Projekt hilft, zerstörte Verbindungen zu heilen und
„Erinnerung und Dialog prägen seit 30 Jahren unsere Arbeit. Dieses Projekt hilft, zerstörte Verbindungen zu heilen und die Geschichte der Vertriebenen zurück nach Österreich zu holen"
Im Rahmen des Pressegesprächs schilderten Kathy Henderson (Großbritannien) und Yakov Weisl (Tel Aviv), selbst „Wiederösterreicher:Innen“, in Livestream-Schaltungen eindrücklich, wie ihre Familiengeschichte und ihre Identität generationsübergreifend Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden.

„Der Rückgriff auf verlorene Erinnerungen ist besonders wichtig, um der Vergangenheit die Hand zu reichen.“ Kathy Henderson
Kathy Henderson ist eine preisgekrönte Kinderbuchautorin, Dichterin und Illustratorin mit mehr als dreißig veröffentlichten Büchern. Erst spät in ihrer Karriere arbeitete sie ihre eigene Kindheits- und Familiengeschichte, die mit vielen bekannten Namen des Wiens um 1900 verwoben ist, literarisch auf. Ausgehend von mündlich tradierten Geschichten in ihrer Familie ist ihr Buch „My Disappearing Uncle – Europe, War and the Stories of a Scattered Family“ (2023) eine bewegende Entdeckungsreise, die einen einzigartigen Blick auf die komplexe Beziehung zwischen Gegenwart und Vergangenheit wirft. Henderson war in Großbritannien eine der ersten § 58c- Antragstellerinnen; Mittlerweile sind auch alle ihre Enkelkinder „Wiederösterreicher“.
„Das Projekt gibt der jungen Generation die Möglichkeit, stärker mit Österreich verbunden zu sein und Brücken zu bauen.“ Yakov Weisl

Yakov Weisls Familiengeschichte in Österreich reicht weit zurück. So war die Schwester seines Urgroßvaters, Marianne Beth, die erste in Österreich eingetragene Rechtsanwältin und sein Urgroßvater Wolfgang von Weisl erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich und Israel mehrfache Auszeichnungen für seine Verdienste um die österreichisch-israelischen Beziehungen.

Näheres zum Kooperationsprojekt finden Sie unter nationalfonds.org/erinnerung-im-dialog























