„Wir wurden zu einer Familie“

Welcher König hatte Frieden mit seinen Nachbarländern? Mit der richtigen Antwort auf diese Frage – es war König Schlomo – katapultierte sich die Wiener Schülerin Moriya Witt in Israel beim diesjährigen Wettbewerb Chidon Hatanach unter die Besten im Finale für Jugendliche aus der Diaspora.

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Moriya Witt besucht die bilinguale Klasse des Gynasiums Draschestraße in Wien-Liesing, am Wochen-ende ist sie in der Bnei Akiva anzutreffen. © Daniel Shaked

Aus rund 80 Mädchen und Burschen waren zunächst die Top 12 ermittelt worden, die Endrunde fand dann wie jedes Jahr vor den Fernsehkameras statt. Der Chidon Hatanach ist in Israel ein nationaler Event, dem auch die Spitzen der Politik wie Premier Benjamin Netanjahu und Präsident Reuven Rivlin beiwohnen.

Die 15-jährige Wienerin Moriya Witt besucht die bilinguale Klasse des Gynasiums Draschestraße in Wien-Liesing, am Wochenende ist sie in der Bnei Akiva anzutreffen. Über den Tanach hat sie vor allem von ihrem Vater, einem orthodoxen Rabbiner, gelernt, erzählt sie. „Er hat mir alles beigebracht über die Thora und die Paraschot.“ Sie habe darüber hinaus aber auch noch Bücher gelesen, um sich vorzubereiten, denn: Bereits ihre beiden älteren Geschwister haben an dem Contest teilgenommen, und sie wollte es ihnen unbedingt gleichtun.

»Für die meisten Leute waren das die besten Wochen ihres Lebens – für mich auch.«
Moriya Witt, 15

Internationale Freundschaften. Die Vorausscheidung in Österreich fand Moriya – auch auf Grund des geringen Andrangs – leicht. Sie musste sich nur gegen einen weiteren Kandidaten durchsetzen. Schön fände sie, wenn sich in den kommenden Jahren mehr Wiener Jugendliche um die Teilnahme an dem Wettbewerb bemühten, denn „für die meisten Leute waren das die besten Wochen ihres Lebens – für mich auch.“

Wer an dem Quiz teilnehmen darf, fliegt nicht nur zu einem Wettbewerb nach Israel. Zwei Wochen touren die Jugendlichen aus aller Welt durch das Land, machen Ausflüge, lernen Israel kennen, aber eben auch Gleichaltrige aus den verschiedensten Ländern. „Eine Nacht haben wir auch in Masada in der Wüste in einem Zelt verbracht.“ Moriya hat sich mit einem Mädchen aus Venezuela angefreundet. „Wir wurden zu einer Familie, und das war das Schönste daran. Am Ende vom Camp haben viele geweint, weil sie ei­nander nie wiedersehen werden.“

Die Kosten für den Aufenthalt übernimmt der Staat Israel, für den Flug kommt entweder die lokale Gemeinde oder die Familie des oder der Jugendlichen auf. Nun scharren bereits Moriyas kleinere Geschwister in den Startlöchern. Auch sie wollen in den nächsten Jahren nach Israel fliegen, um an Chidon Hatanach teilzunehmen. 

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