Zum 80. Geburtstag von Béla Korény

Der Pianist und Komponist bringt jüdische Musik zum Erblühen

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Béla Korény mit Sängerin Ethel Merhaut © Bela Korenyi, belakoreny.com

Jene, die immer wieder Sehnsucht nach vergessenen jüdischen Melodien verspüren, aber auch Anekdoten über Künstler, die sie geschrieben und interpretiert haben, hören wollen, haben den jung gebliebenen Jubilar Béla Korény schon längst für sich entdeckt. Doch das ist nur eine der vielen schöpferischen Seiten des am 1. Juli 1946 in der kleinen Ortschaft Csepreg geborenen Béla, der in Budapest aufwuchs und 1956 als Flüchtling mit seinen Eltern nach Wien kam. Hier wurde sein Talent schnell erkannt, er begann sein Klavierstudium am Konservatorium und setzte es im Fach Komposition bei Alfred Uhl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst fort.

Trotz seiner fundierten Ausbildung wollte er kein klassischer Pianist werden – wie er immer wieder gerne erzählt –, nachdem er Friedrich Gulda Jazz spielen gehört hatte. Wer den charmanten, humorvollen und herzlichen Korény über die Jahre musikalisch begleitet hat, wird diese Aussage als ein wenig kokett empfinden: Denn Béla kann am Klavier wirklich alles. Bester Beweis dafür ist die Bandbreite jener hochkarätigen Musikerinnen und Interpreten sowohl aus dem klassischen Fach als auch aus der Unterhaltungsmusik, die mit ihm gearbeitet haben. Das können all jene bezeugen, die seit der Eröffnung der legendären Broadway Piano Bar 1984 dieses Lokal in unerschütterlicher Treue, zur eigenen Freude und Bereicherung, regelmäßig besucht haben.

Internationale Musikerpersönlichkeiten wie Leonard Bernstein, Billy Joel oder Udo Jürgens hätten sich sonst wohl nie an Bélas Bösendorfer gesetzt, ebensowenig wären Mstislaw Maisky mit dem Cello oder Julian Rachlin mit der Violine nach anstrengenden Konzerten noch in der schummrigen kleinen Bar mit unbequemen alten Fauteuils und Bänken aufgetaucht, um Márta und Béla Korény sowie deren loyal ergebenen Gästen etwas aufzuspielen. Ganz zu schweigen von den erlesenen Besuchern wie Michel Piccoli, Isabelle Huppert, Roger Moore, Kiefer Sutherland und den allerersten Getreuen wie Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner.

Auch nach dem traurigen Abschied von der Broadway Piano Bar, die von einem brutalen Immobilienhai samt Haus abgerissen wurde, ließ sich der begnadete, großherzige Künstler nicht entmutigen: Als freischaffender Künstler, Komponist und Programmgestalter startete er eine vielfältige und spannende zweite Karriere. Nach einer kurzen Intendanz in Spitz und Dürnstein in der Wachau, wo er unter anderem mit Angelika Kirchschlager auftrat, stand er selbst im Theater in der Josefstadt, am Akademietheater und bei den Festspielen Reichenau auf der Bühne und organisierte an verschiedenen Wiener Spielstätten Programme zu Georg Kreisler oder Gerhard Bronner unter dem Motto „Béla & Friends“ mit Ethel Merhaut, Katharina Stemberger, Katharina Straßer, Ursula Strauss sowie Karl Markovics und Wolf Bachofner, aber auch mit klassischen Sängergrößen wie dem Tenor Michael Schade und der Mezzosopranistin Stella Grigorian.

Korény erweiterte sein wienerisch-ungarisches Repertoire mit seinem Herzensprojekt, dem teils bekannten, aber teils vergessenen jüdischen Liedgut. Er holte zum Beispiel für seinen vierteiligen Zyklus jüdischer Lieder im Theater Akzent mit dem Titel „Bei mir bist du schön“ das junge Talent Judit Klein aus Budapest. Béla suchte mit Hilfe jüdischer Freunde nach verschollenen Melodien, um heiter-melancholische Abende aus vergangenen Zeiten mit jüdischem Humor wieder aufleben zu lassen.

Wer aber jetzt glaubt, dass sich Béla hauptsächlich um Promis bemüht hat, liegt falsch: Selbst ohne Gage motivierte er über Jahre zahlreiche Künstler, gratis für jüdische Sozialprojekte aufzutreten. Ein besonderes Anliegen ist ihm bis heute der Verein Ohel Rahel, der Spenden für Schulessen sozial benachteiligter Kinder sammelt.

Happy Birthday und bis 120 Béla Korényi!

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