NEUE SAITEN

Für alles gibt es ein erstes Mal – aber auch ein letztes! In diesem Monat erzählt uns der Geiger und Komponist Yury Revich über die Freiheit beim Musizieren und sein glamouröses Hobby.

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© Martin Hauser

Yury Revich, 1991 in Moskau geboren, stammt aus
einer Musikerfamilie und begann mit fünf Jahren Geige
zu spielen. 2009 debütierte er in der Carnegie Hall, 2013
in der Mailänder Scala. Revich hat zahlreiche Aufnahmen eingespielt, wurde für seine Arbeit unter anderem  mit dem Echo Klassik ausgezeichnet und ist UNICEF Österreich-Ehrenbeauftragter. Yury Revich lebt in Wien
und spielt eine Stradivari aus dem Jahr 1709 und eine Guarneri del Gesu.
Dreamland with Yury Revich im Rahmen des Vienna Nova Classical Music Festival:
27. Februar, 19.30 Uhr, Wiener Konzerthaus. Der
Kartenerlös geht zugunsten wohltätiger Projekte an UNICEF Österreich.
yuryrevich.com

 

 

Das letzte Mal,

dass mich Musik tief berührt hat, war …
Vor ein paar Tagen habe ich mein neues Stück Nocturne fertig komponiert. Am
Ende des Stücks, das eine sehr einfache Melodie sein sollte, habe ich dann spontan
beschlossen, eine zweite Schicht zu improvisieren. In dem Moment dachte ich, wie gesegnet ich bin, meine eigene Musik machen zu können: Musik zu hören, Musikinstrumente zu spielen und meine volle künstlerische Freiheit zu haben. Diese Freiheit hat man nicht, wenn man als klassischer Solist Musik von Komponisten spielt, die seit über 100 Jahren tot sind. Ihre Musik wurde bereits von Millionen anderer Menschen
gespielt, die sogenannte „Traditionen“ geschaffen haben.

Das letzte Mal, dass ich eine neue Saite, äh, Seite an mir entdeckt habe, war …
Vor drei Jahren entdeckte ich meine Leidenschaft für Design und begann mit einer
neuen Freizeitbeschäftigung: www.eyejewellery.art. Es bleibt ein Hobby von mir,
deshalb war ich positiv überrascht, dass meine Arbeit in der berühmten Jewellery-byArtists-Sammlung von Diane Venet landete.

Das letzte Mal, dass jemand unbedingt einmal meine Stradivari berühren wollte, war …
… im Dezember. Ein lokaler Theaterschauspieler wollte sie nach meinem Konzert in
Montenegro unbedingt einmal halten. Er ließ sie fallen und lief dann mit den Teilen
davon. Just kidding.

Das letzte Mal, dass ich so richtig etwas vergeigt habe, war …
Ein großer Fail geschah, als ich 12 Jahre alt war und plötzlich die Musik auf der Bühne
vergaß. Ich habe etwa drei Sekunden angehalten und dann weitergespielt. Drei-FailSekunden auf der Bühne fühlen sich allerdings an wie eine Ewigkeit. Seitdem ist mir
das nicht mehr passiert. Bis jetzt zumindest. Oder vielleicht habe ich gelernt, wie man
kleine Fehler verbirgt und es so aussehen lässt, als ob es so sein soll. Hah!

Das letzte Mal, dass ich unter der Dusche gesungen habe, war …
… gestern! Den Earth Song von Michael Jackson.

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