TRAUMHAFTER DOPPEL-AXEL

Für alles gibt es ein erstes Mal – aber auch ein letztes! In diesem Monat erzählt die Sängerin und Schauspielerin Lea Kalisch von ihrer Shtetl-Seele und der magischen Kraft des Schtreimel-Tragens.

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© Jonathan Hauerstock

Das letzte Mal

besonders „leakalisch“ habe ich mich gefühlt,
als ich gestern ein Mini-Jiddish-Konzert gegeben habe beim Schabbat-Dinner meiner israelischen Kindheitsfreundin Enat und ihrer dreißigköpfigen Familie in Tel Aviv.

Das letzte Mal einen besonders schönen jiddischen Ausdruck gerappt habe ich …
im Dezember 2021, als ich mit meinem neuen Song Shetl Neshume aufgetreten bin. Shtetl Neshume ist ein Wort, das ein Bekannter von mir erfunden hat, um mich zu beschreiben: ein Mensch mit einer Shtetl-Seele, einer Seele, die nach dem Shtetl-Leben strebt und Nostalgie für das jüdische Leben vor dem Krieg empfindet.

Das letzte Mal, dass ich mir dachte, Wien ist Minneapolis gar nicht so unähnlich, war …
noch nie! Die Städte könnten nicht unterschiedlicher sein. Wien hat so viel Geschichte und fühlt sich majestätisch an – was man von Minneapolis nicht gerade sagen kann. Und die Kaffeehaus-Kultur in Wien … unschlagbar!

Das letzte Mal Schtreimel getragen habe ich …
vor zwei Wochen, als ich ein Fotoshooting für das Cover meines neuen Albums hatte, das im Sommer veröffentlicht wird. Der Schtreimel ist mein Lieblingsaccessoire, er gibt mir irgendwie „magic power“, und paradoxerweise fühle ich mich damit femininer.

Das letzte Mal, dass ich vor Freude einen dreifachen Axel gesprungen bin, war …
in meinen Träumen. Ich muss ehrlich sein: Ich bin nie einen Dreifach-Axel gesprungen, ich habe es nur bis zum doppelten geschafft. Ich träume jedoch sehr oft vom Eiskunstlaufen, und in meinen Träumen ist das Springen so leicht und unbeschwert. Allerdings schiebe ich immer Panik, dass ich entweder meine Kür vergesse oder meine Haare sich öffnen … seltsam, ist mir nämlich im echten Leben nie passiert.

 

Die gebürtige Zürcherin Lea Kalisch lebt als Sängerin und Schauspielerin in New York und Minneapolis. Sie setzt sich viel mit ihrer jüdischen Herkunft und Jiddischkeit auseinander und mischt Sprachen, Traditionen und Stile: Von Rap bis Rumba, von Hip-Hop bis
Chassidisch, von Jazz bis Jiddisch. Was an der früheren Eiskunstläuferin typisch Schweizerisch ist? Ihre Liebe zu guter Schokolade.
leakalisch.com

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