Honig und Apfel – können auch Bircher Müsli werden …

Wie an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt im Jahr schon öfter zu lesen war, ist es wieder Zeit für Äpfel und Honig. Wir versüßen uns den Jahresanfang gleich doppelt: mit den herrlich duftigen Äpfeln der neuen Ernte, die den immer wiederkehrenden Anfang symbolisieren – und mit der magischen Süße des Honigs.

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Honig und Apfel versüßen nicht nur das neue Jahr, sondern auch das gesunde Frühstück.

Nachdem wir über Äpfel schon einmal nachgedacht haben, soll es diesmal der Honig sein, der im Mittelpunkt unserer Überlegungen steht.
Honig ist eines der ältesten, bis heute unveränderten Lebensmittel, das wir kennen. Er wird weltweit von der Honigbiene zur eigenen Nahrungsvorsorge produziert und vom Menschen (oder auch von anderen hungrigen Räubern) entwendet.
Den Honig erzeugt die Biene, indem sie Nektar und andere süße Säfte von blühenden Pflanzen aufnimmt, in ihrem Körper verarbeitet, ihn in Waben – die sie übrigens auch selbst produziert – speichert und reifen lässt. Jeder dieser Vorgänge wird von anderen Bienen übernommen, und jede dieser Bienen durchläuft in ihrem dreiwöchigen Leben alle Arbeiten, vom Putzen über das Sammeln und die Brutaufzucht bis hin zum Wachen.
Sind die Waben voll, wartet der Imker mit der Honigschleuder, und das flüssige Gold landet direkt im Glas, von dort auf das Butterbrot, in den Tee oder bei unserem Apfel.
Und die Bienen beginnen von vorne – weil sie ja, wie der Volksmund weiß, besonders fleißig sind.


Bircher Müsli
Zutaten (pro Person):
3 EL Haferflocken
9 EL Wasser
3 EL Milch oder flüssiges Obers
1 Zitrone, Saft
1 großer Apfel
2 EL Honig
3 EL gehackte geröstete Haselnüsse oder Mandeln
Zubereitung:
Die Haferflocken über Nacht im Wasser einweichen und quellen lassen.
Am nächsten Morgen den Apfel fein reiben und gleich mit dem Zitronensaft beträufeln. Haferflocken mit dem Apfel, dem Honig und der Milch verrühren, mit gerösteten Nüssen bestreuen und anrichten.
Was weitere Zutaten betrifft, sind Lust und Geschmack keine Grenzen gesetzt: frische Früchte, Trockenfrüchte, Kokosflocken, Schokostücke …
Das Müsli lässt sich auch gut als Jause in einem verschließbaren Behälter mitnehmen und ist gekühlt einige Tage haltbar.

Die Jagd nach dem Honig wurde schon in der Steinzeit gepflegt, 9.000 Jahre alte Höhlenmalereien berichten davon, und sehr früh haben unsere Vorfahren sich nicht mehr mit dem Sammeln wilden Honigs begnügt, sondern mit der Hausbienenhaltung begonnen. Den alten Ägyptern galt er als Götterspeise und wurde den Verstorbenen für ihre Reise ins Jenseits mitgegeben. In der Thora ist in Schemot vom „Land, wo Milch und Honig fließen“ die Rede, und tatsächlich haben Archäologen in Israel Überreste von mehr als 30 Bienenhäusern aus Ton aus dem zehnten Jahrhundert v. d. Z. entdeckt, die auf eine extensive Imkerei hinweisen. Honig galt damals nicht nur als kulinarische Delikatesse, sondern wurde auch für kultische und medizinische Zwecke genützt. Seine heilende Wirkung verdankt er seinen antibakteriellen, antimykotischen und antioxidativen Eigenschaften, diese entstehen durch die hohe Zuckerkonzentration (38 % Fructose, 31 % Glucose, 10 % Mehrfachzucker, 17 % Wasser), die Bakterien, Pilze und Parasiten keine Chance lässt.
Honig ist aber vor allem über die Zeiten hinweg ein unverzichtbarer Begleiter aller Küchen und Kulturen, und die Varianten sind zahlreich: Farbe, Konsistenz und Geschmack hängen von den Blüten ab, die den Nektar liefern, Raps, Sonnenblumen, Kastanien, Kräuter … Und natürlich vom Klima, von der Witterung und vielem mehr – ein reines Naturprodukt eben.
Vor der Entwicklung des Industriezuckers aus der Zuckerrübe war Honig der einzige Süßstoff und galt als wertvolles Nahrungsmittel. So ist es bis heute, und wer sich mit Bedacht ernährt, wählt Honig statt Zucker, wenn auch der Kalorienwert der gleiche ist.
Aus diesem Grund findet sich auch im Klassiker der gesunden und vitalen Ernährung, dem Bircher Müsli*, kein einziger Zuckerkristall, sondern ausschließlich Honig.

Der Schweizer Arzt Maximilian Bircher-Brenner hat die Kraftnahrung um 1900 entwickelt und in ihr alles vereint, was ihm unabdingbar für eine ausgewogene Ernährung zu sein schien: Haferflocken, Milch, Äpfel und Honig.

Be’TeAvon und Le Chajim!
Herzlichst, Finespitz

* Der Begriff „Müsli“ leitet sich vom schweizerischen „Mues“ = Mus = Brei ab, also ein kleiner Brei.

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