Kindheitstraum(a) – Nutella®

„Nutella®“ selber machen: für einen herrlichen Frühstücksaufstrich, zur Jause, als Kuchenfüllung, für ein Eis, auch als Mitbringsel – oder einfach als süßer Energiespender für zwischendurch.

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© Scheriau & Typolt

Wer erinnert sich nicht an das wunderbare Nugataroma, das ein frisch geöffnetes Glas „Nutella®“ verbreitet, an die unwiderstehliche Süße und das mollige Mundgefühl, das immer mehr zu werden schien? Und natürlich an die unvermeidlichen Schokoladenflecken, die sich auf wundersame Weise auf Haut und Kleidung verbreiteten?
Die „Generation Nutella®“ hat seit den frühen 70er-Jahren den Genuss der üppigen Haselnussschokocreme intensiv betrieben, angefeuert durch regelmäßige Werbeeinschaltungen des Herstellers – einem namhaften Lebensmittelmulti –, die uns über die wertvollen Inhaltsstoffe mit hohem Nährwert informiert haben. „Nutella®“ – das waren Fitness, Lebensfreude, heile Welt …
Außerdem galt es als luxuriöses Vergnügen, das nicht jeden Tag zur Verfügung stand, galt ein Glas „Nutella®“ doch als ausgesprochen kostspielig.
Den Nimbus des Exklusiven hat Nougat ja immer noch: die feinsten Pralinen bestehen aus Nougat oder sind raffiniert damit gefüllt, und Eiskreationen dieser Geschmacksrichtung sind besonders beliebt.
Dabei ist Nougat, wie so viele feine Dinge, aus einer Notsituation heraus entstanden: Zur Zeit der Napoleonischen Kriege kam es immer wieder zu Lebensmittelengpässen, vor allem bei Luxusware aus den Kolonien, wie dem Kakao, den man zur Schokoladenherstellung dringend benötigte. In der Gegend um Turin kam man auf die glänzende Idee, ein Ersatzprodukt herzustellen, in dem – die im Piemont reichlich vorhandenen – Haselnüsse geröstet und gemahlen wurden, bis eine cremige Masse entstand (heller Nougat), die man noch mit wenig Kakao versetzte (dunkler Nougat). Das Ganze wurde nach einer populären lokalen Faschingsfigur benannt: „Gianduja“. So heißt der Nougat in Italien bis heute. Bestellt man hingegen „Nougat“, erhält man das, was man hierzulande unter „Türkischem Honig“ kennt. Einleuchtend, oder?
„Gianduja“ hat jedenfalls die Welt der Sensorik erweitert, die Gaumen ganzer Generationen bereichert und erfreut sich auch noch 200 Jahre später größter Beliebtheit.
Dennoch sind die Konsument*innen kritischer geworden, über Inhaltsstoffe wird doch nachgedacht, und man muss sich schon fragen, was wohl in so einer Nougatcreme stecken mag, die nicht nur endlos haltbar zu sein scheint, sondern auch noch unter widrigsten Bedingungen streichfähig bleibt?
Wer nachliest, kann sofort sehen: Palmöl, Zucker, Haselnüsse, Milch, Kakao, Soja und Vanillin, wobei die Mischung für 100 g satte 539 kcal mitbringt. Eine süße Nascherei, die man, möchte man die eine oder andere Zutat umgehen, ganz leicht selbst herstellen kann.
Hausgemachtes „Nutella®“ (eigentlich ein Produktname, der aber zum Synonym für Haselnussschokoladecreme geworden ist) kommt ohne Palmöl, Milch und Soja aus, ist parve, vegan und entspricht sogar den Prinzipien der Paleoernährung (Essen wie die Steinzeitmenschen). Ein herrlicher Frühstücksaufstrich, zur Jause, als Kuchenfüllung, zum Eis, als Mitbringsel – oder einfach süße Energie für zwischendurch …

Be’TeAvon und Le Chajim!
Herzlichst, Finespitz


Von der Haselnuss zur Creme. „Nutella®“ zu machen ist einfacher als gedacht, es dauert nur ein wenig – aber es schmeckt … © Scheriau & Typolt

Hausgemachtes „Nutella®“
Zutaten (für 4 Gläser zu 125 g):
Ein leistungsstarker Blender
500 g Haselnüsse (geschält)
100 g Kokosblütenzucker, fein
gemahlen
100 g Cashewnüsse
50 g dunkler, ungesüßter Kakao

Zubereitung:
Zunächst Haselnüsse rösten. Dafür das Backrohr auf 200 °C aufheizen. Die Haselnüsse auf einem Backblech verteilen und ca. 10 Minuten rösten. Wenn die Nüsse leicht gebräunt sind und die dunkle Haut Sprünge zeigt, auf ein ausgebreitetes Geschirrtuch leeren, einschlagen und die Nüsse solange aneinander reiben, bis die Häute entfernt sind.
In der Küchenmaschine zusammen mit den Cashewnüssen solange mahlen, bis eine weißliche Creme entsteht. Das kann bis zu 15 Minuten dauern. Kakao und Zucker noch einige weitere Minuten unterrühren. Die fertige Creme in Gläser füllen und im Eiskasten bis zu zwei Wochen aufbewahren – oder gleich vernaschen!


WEIN
Wiener Gemischter Satz Ried Mitterberg DAC 2017 vom Weingut Kroiss in Wien Sievering – das ist ein regelrechter Fruchtkorb: der zarte Duft von Äpfeln, Birnen, Marillen und etwas tropischer Frucht, dabei trocken ausgebaut, mit ausgewogener Säurestruktur und leichter, animierender Frische. Und damit es nicht zu lieblich wirkt, ist das Potpourri von feinen Kräuternoten durchzogen. Ein echter Wiener, der sehr viel kann.
Beim Weingut Kroiss in der Sieveringer Straße legt man Wert auf naturnahen, schonenden Anbau und umsichtige Verarbeitung, und als echter „Wiener Wein“ unterliegt er ohnehin sehr strengen Auflagen. Das brachte dem feinen Tropfen den 1. Platz in der Kategorie „Gemischter Satz DAC Lagenwein“ (Districtus Austriae Controllatus ist das gesetzliche Kürzel für gebietstypische Qualitätsweine) der angesehenen Döblinger Bezirksweinverkostung 2018 ein. Keine unbedeutende Bewertung, wissen doch gerade die Döblinger (wozu auch das renommierte Grinzing zählt) sehr genau Bescheid über Qualitätswein.
Neben dem Weingut betreibt die Familie Kroiss auch einen traditionellen Buschenschank, wo man alle Produkte – vom Grünen Veltliner bis zum Zweigelt – direkt ab Hof beziehen kann.

wiener wein.at

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