Knackig frisch mit Biss – Radieschen

Der Radies, besser bekannt als Radieschen, ist einer der ersten Frühlingsboten. Charakteristisch ist seine typische Schärfe, die durch Senföl verursacht wird und den unverwechselbaren Geschmack prägt.

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Frisch genießen: das Radieschen im Duett mit einem pikanten Topfenaufstrich, als Dip zum Aperitif oder auf das Pausenbrot.

Mit dem aufkommenden Frühling ist es an der Zeit, ein wenig beachtetes, etwas unscheinbares Mitglied der Gemüsefamilie zu würdigen: Das Radieschen oder auch der Radies (lat. radix, „Wurzel”), manchmal auch Monatsrettich oder Monatsräte, ist einer der ersten Frühlingsboten der frischen Feldfrüchte, wird er oder es doch bereits ab März im Folientunnel im Freiland angebaut und begleitet die heimische Salatküche den ganzen Sommer hindurch. Außerdem begegnet er oder es uns auf dem einen oder anderen Sederteller, wo es für das Scharfe oder Bittere steht.

Das hübsche Gemüse aus der Familie der Kreuzblütengewächse ist anspruchslos, kann daher problemlos immer wieder nachgesät werden und lässt sich übrigens auch auf einer Fensterbank kultivieren. Im Gegensatz zu Rettich oder Karotte ist das Radieschen kein Wurzelgemüse, sondern eine Sprossenart, und die rote Knolle ist der Speicher des satten grünen Blattes. War es hierzulande Usus, das Grün zu entfernen und nur die Knolle zu verspeisen, so ist die moderne Esserin längst dahintergekommen, dass frische Radieschenblätter einen feinen nussigen Geschmack haben, an Rucola erinnern und als Pesto, Suppe oder fein gehackt als Kräutlein verwendet werden können.

Historisch ist allerdings wenig bekannt und seine Herkunft unklar: Irgendwann im 16. Jahrhundert soll das Radieschen in Frankreich aufgetaucht und danach in ganz Europa heimisch geworden sein.

Die typische Schärfe, die auch den unverwechselbaren Geschmack prägt, wird durch Senföl verursacht, das durch Verletzen der Außenschicht austritt und sich sofort in Mund, Nase und Augen bemerkbar macht. Das macht ja auch den Reiz aus.


Pikanter Topfenaufstrich

Zutaten für eine Schüssel Aufstrich:

1 Bund Radieschen mit frischen Blättern

250 g Topfen (Fettgehalt nach Wahl)

50 g griechisches Joghurt (10 % Fett)

1 Knoblauchzehe (gepresst)

½ Saft von einer Zitrone

Salz, Pfeffer

3 EL Rapsöl (oder nicht zu intensives Olivenöl)

2 EL Schnittlauch gehackt

Zubereitung:

Radieschen mit der Gemüsereibe oder Mandoline in feine Stifte schneiden.

Die Blätter wie Kräuter fein hacken, mit dem Zitronensaft und dem Öl vermischen.

Topfen, Joghurt, Knoblauch, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verrühren. Die Radieschen unterheben, das Blätter-Öl-Gemisch unterrühren. Eine halbe Stunde kalt stellen und zuletzt mit Schnittlauch bestreuen.

Der Aufstrich lässt sich gut verschlossen 2–3 Tage im Eiskasten aufbewahren.


Senföl wirkt antibakteriell und antimykotisch, bindet Fett, regt den Gallenfluss an, unterstützt die Entgiftungsvorgänge der Leber, senkt den Cholesterinspiegel und wirkt entwässernd. Außerdem gibt es noch Natrium, Calcium, Magnesium, die Vitamine A bis E, Phosphor und Fluor in einem Radieschen. Mehr kann man von einer so kleinen Knolle nicht erwarten, und die Kalorien muss man gar nicht erst zählen.

Radieschen müssen nicht immer rot und rund sein: Die Sorte „Eiszapfen” ist weiß und kegelförmig, „Duett” ist rot-weiß und zylindrisch, „Zlata” ist goldgelb und rund, und „Mantanghong” ist innen rot und außen weiß. Leider muss man diese Raritäten suchen und sofort zuschlagen, wenn man sie angeboten bekommt. Die Regale in der Gemüseabteilung füllen leider meist unscheinbare, gleichförmige Durchschnittsgewächse, die auch geschmacklich oft nicht viel her machen. Beängstigend ist auch die jüngste Entwicklung, jeden einzelnen Bund in Klarsichtfolie zu verpacken – da sind wir schon sehr weit weg von der Natur. Daher gilt auch hier: zum Gemüsehändler des Vertrauens, auf Bio- und Bauernmärkte gehen und die erbeuteten Radieschen möglichst schnell verarbeiten und verspeisen.

Will man sie lagern, dann am besten ohne Blätter – sie entziehen der Knolle die Flüssigkeit: in ein feuchtes Baumwolltuch einwickeln und im Gemüsefach des Eiskastens nicht länger als drei Tage aufheben. Ist der Wurzelbereich einmal eingefallen oder geben die Knollen auf leichten Fingerdruck nach, dann ist es vorbei.

Und weil man Radieschen am besten frisch genießt, gibt es diesmal einen pikanten Topfenaufstrich nach alter Schule, als Dip zum Aperitif, aber auch auf jedem Pausenbrot ein Genuss.

Be’TeAvon und Le Chajim!

Herzlichst, Finespitz


WEIN

kalmuck.com

Der Kalmuck Pink 2017 ist zunächst einmal eine wirklich schicke Flasche. Aber da man nicht nach der Verpackung urteilen soll: Auch die darauffolgende Verkostung steht dem optischen Eindruck um nichts nach.

Das karierte Band, das alle Produkte des Weinguts Kalmuck aus der Wachau ziert, steht für den traditionellen Wollstoff aus der Region, aus dem der nicht weniger legendäre Janker, die Kalmuck-Jacke, die den Weinbauern der Wachau seit Generationen als Arbeitskleidung dient, hergestellt wird.

Hinter dieser geschmackvollen CI steht der junge Winzer Josef Gritsch, der nicht nur auf, sondern auch in der Flasche Tradition und Zeitgeist verbindet.

Kalmuck Pink besteht aus 90 % Zweigelt und 10 % Cabernet Sauvignon und wird auf den Terrassengärten in Spitz an der Donau kultiviert. Das frische Rosa im Glas besticht ebenso wie der feine Duft nach Walderdbeere und Ribisel in der Nase, 12 % Vol. erden die Aromen.

Diese schlichte und doch feine Harmonie hat dem Wein vier Jahre in Folge die Auszeichnung zum besten Rosé Österreichs eingebracht. Verdient!

 

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