Vom Alsergrund direkt nach Island

Im Home Café bieten zwei junge Frauen isländische Speisen an. Fazit: gesund und dabei delikat.

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© Reinhard Engel

WINA-TIPP
Home Café
Spitalgasse 3, 1090 Wien
Tel. (Res.): +43/(0)1/40 24 365
Öffnungszeiten: Mo.−Sa., 11−24 Uhr
home-cafe.at

Haröfiskur heißt der getrocknete Stockfisch, den die Isländer früher statt Brot gegessen haben. Weizen musste erst importiert werden und war auch teuer“, lacht Harpa, weil wir schwer an dem trockenen Stecken beißen. Die ehemalige Lehrerin und zweifache Mutter bringt mit ihrer Partnerin Steff, einer aus Liechtenstein stammenden Fotografin, die isländische Küche mitten auf den Alsergrund, in die Spitalgasse 3, gegenüber dem Universitätscampus.
Steff hat es eher ungeplant in Wien zur Chefköchin von isländischen Spezialitäten gebracht: 2013 ging sie auf Fotoreise in das mit 350.710 Einwohnern am dünnsten besiedelte Land Europas. Dort blieb sie drei Jahre, auch weil sie in einem kleinen Dorf in den Westfjords ihr privates Glück gefunden hatte. „Nach drei Jahren in Island wollten wir alle in das Herz von Europa“, erzählt Harpa, die das Home Café seit Feb­ruar 2017 betreibt.

»Isländisch und hausgemacht“ lautet das Motto der Küche, die hauptsächlich auf Fisch basiert, aber auch Vegetarisches und Veganes anbietet.«

Obwohl Island hinsichtlich Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen eines der führenden Länder der Welt ist, gibt es wegen des arktischen Klimas nur eine begrenzte Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenbereich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es nur Vögel, Fische, Insekten, Robben, Polarfüchse und manchmal Eisbären. Mit den Siedlern kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde. Heute konzentrieren sich über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung auf die Hauptstadtregion von Reykjavík.

Knusprige Fischkroketten mit Erdäpfel-Wedges und einer grünen Dillsauce. © Reinhard Engel

„Isländisch und hausgemacht“ lautet das Motto der Küche, die hauptsächlich auf Fisch basiert, aber auch Vegetarisches und Veganes anbietet. „Jede Woche bekommen wir unsere Fischlieferung aus Island. Die Fische sind aber nicht gefroren, sondern werden mit einer einzigartigen Supercooling-Methode frisch gehalten. Je nach Frischfang kann das Rotbarsch, Angler, Scholle, Schellfisch oder Meersaibling sein“, erzählt Harpa, die sehr stolz darauf ist, dass täglich Brot gebacken wird und auch Butter, Käse und Speiseeis hausgemacht sind.
So werden isländische Fischspezialitäten wie getrockneter Schellfisch oder gebeizter Meersaibling mit österreichischem Gemüse kombiniert. Die großen knusprigen Fischkroketten mit Erdäpfel-Wedges und einer grünen Dillsauce schmeckten ebenso hervorragend (9,80 €) wie die üppige Wurzelgemüsesuppe mit zarten Fischstücken (6,90 €). Zu Mittag, wenn das Lokal mit den schlichten Holztischen mit Stammpublikum aus dem Uni-Campus und dem nahen AKH gut gefüllt ist, gibt es maximal zwei bis drei Menüs im Angebot. Die Dinnerkarte ist dagegen umfangreicher und bietet u.a . ein Dreigangmenü Chef’s Choice um wohlfeile 31 € an: Da kann man eine leicht würzige Suppe (vegan) aus Süßkartoffel, Karotten, Ginger und Kokosnuss genießen, dann eine Fusilli-Pasta mit frischem Pesto und ebensolchen Kräutern und zum Abschluss ein classic islandic Rhubarb-Dessert.
Der hausgeröstete Kaffee kommt von den Coffee Pirates in der Spitalgasse; das Bier von Brew Age, einer österreichischen Kleinbrauerei.
„Wir verkaufen auch einige isländische Produkte, zum Beispiel nachhaltig gewonnenes Salz: Süßholzsalz oder Meersalz mit arktischem Thymian“, sagt Harpa und entschuldigt sich, weil sie schnell die Töchter Sigrún and Hjördís aus der Schule abholen muss.

Paprikasch

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