Wienerisch und bodenständig

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Gabriele und Robert Huth haben ihr Gastroimperium mit dem „Stadtgasthaus“ in der Weihburggasse erweitert.

Das Gourmet-Magazin falstaff kürte Robert Huth zum „Gastronomen des Jahres 2014“. Bei dieser Auszeichnung denkt man gleich an ein Schicki-micki-Lokal mit überkandidelten Kreationen. Doch in diesem Fall geht es um ein Ehepaar, das mit seinem klaren Restaurantkonzept und einer erfreulichen Bodenständigkeit punktet. „Wir sind beide Ruderer, die sind ehrgeizig und streben immer höher“, lacht Gabriele Huth. Sie arbeitete als Physiotherapeutin, als sie ihren Mann Robert, einen Juristen, kennen lernte. Sie waren gastronomisch nicht vorbelastet, wollten aber gerne umsteigen. Er bereitete sich auf die Selbstständigkeit zuerst durch Kurse in der Modul-Hotelfachschule vor, anschließend praktizierte er im Service bei Plachutta.

Huth1Engel„2001 haben wir dann unser erstes Beisl in der Schellinggasse eröffnet und bald darauf auch umgebaut“, erzählt die Mutter zweier Buben: Nach Moritz und nach Max benannte das unerschrockene Unternehmerpaar dann die nächsten beiden Lokale in der gleichen Gasse. Gabriele Huth liebt die italienische Küche und daher war es nahe liegend, dass nach der Gastwirtschaft Huth im neuen Lokal vis à vis, dem Ristorante da moritz, der Schwerpunkt auf leichte italienische Kost gelegt wurde. Die hauchdünne Pizza ohne Hefe wurde ebenso ein Renner wie die feinen Fischspezialitäten. Als ein kleines Lokal gleich daneben frei wurde, entstand das dritte Lokal, das Grill House da max.

„In unserer Branche muss man immer nachjustieren. Daher holen wir uns auch auf Reisen Anregungen aus anderen Städten. Das Grill House da max hat sein Vorbild in Barcelona, wo uns das Konzept der Pura-Brasa-Restaurantkette mit den bekannten Josper-Holzkohle-Öfen sehr gefallen hat“, so Huth. Beim jüngsten Projekt mussten sich die erfolgreichen Gastronomen nach keinem Vorbild mehr umsehen: Das Stadtgasthaus huth in der Weihburggasse 3 (das ehemalige Stadtkrug) nennen sie schlicht und einfach „Das Wiener Original“ und meinen damit natürlich die Wiener Küchentradition. Hier serviert man Gebackenes ebenso wie Wiener Klassiker, zum Beispiel Zwiebelrostbraten oder gekochten Tafelspitz um je 17,90 € wie auch Rindsgulasch um wohlfeile 12,90 €. Kleine Speisen, wie Kärntner Kasnudeln in zwei Portionsgrößen, werden ebenso angeboten wie saisonale Spezialitäten, derzeit diverse Spargelkombinationen. Auch das zweigängige Mittagsmenü ist reizvoll: Tagessuppe oder Blattsalat und dann ein gebratener Wels auf Spargelrisotto um 9,90 €.

„In unserer Branche darf man nie stehen bleiben, man muss immer nachjustieren.“

Keine Schwellenangst hat man beim Betreten des Stadtgasthauses huth, auch wenn die Kärntnerstraße gleich ums Eck ist: Das Lokal glänzt mit polierten Holztischen, die Leuchten sind angenehm unverschnörkselt, die Vertäfelung wurde behutsam restauriert und es herrscht eine gemütliche Atmosphäre ohne Biederkeit. „Wir legen absichtlich keine Tischtücher und kein Gedeck mehr auf. Die Gäste wollen das einfach nicht mehr bezahlen – denn diese Sitte gibt es international auch nicht mehr“, resümiert die Wirtin.
Von Paprikasch
RESTAURANT TIPP
huth – Stadtgasthaus
Weihburggasse 3, 1010 Wien
täglich 12–24 Uhr, Küche bis 23 Uhr
Tel.: +43/(0)1/512 09 96
E-Mail: tisch@huth-stadtgasthaus.at
zum-huth.at

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