Editorial

Beim Feminismus geht es nicht darum, Frauen stark zu machen. Frauen sind bereits stark. Es geht darum, die Art und Weise zu verändern, wie die Welt diese Stärke wahrnimmt.“ G. D. Anderson

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Clara Zetkin und Rosa Luxemburg – Arm in Arm auf dem Weg zu einer gerechteren Welt, 1910. © akg-images / picturedesk.com

März steht dieses Jahr ganz im Zeichen der Frauen. Bereits zu Beginn haben wir Purim gefeiert und damit eine biblische Superfrau geehrt. Kurz darauf folgte der Internationale Frauentag, der einst von den beiden Superfrauen Rosa Luxemburg und Clara Zetkin ins Leben gerufen wurde. Beide haben ihr Leben dem Kampf für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit gewidmet und geopfert. Der Frauentag erinnert uns an die Bedeutung der Gleichstellung von Frauen für die Gesellschaft und leider auch daran, wie viel Arbeit noch vor uns liegt.

Die Geschichte von Esther ist die einer jüdischen Frau, die den Mut hatte, für sich und ihr Volk einzutreten, es vor einem Massenmord zu retten, und sie ist ein großartiges Beispiel dafür, dass Frauen seit jeher eine wichtige Rolle in der jüdischen Geschichte und Kultur spielen. Zetkin und Luxemburg sind ebenso wichtige Beispiele für mutige jüdische Frauen, die im Laufe der Geschichte ihren Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter geleistet haben. Und so taten es auch Hannah Arendt, Golda Meir und Simone Veil – jede auf ihre ganz besondere und mutige Art. Wie auch die junge Hannah Szenes ein Beispiel für all den Mut und die Entschlossenheit ist, die Generationen jüdischer Frauen in Zeiten der Verfolgung, des Leids gezeigt haben.

All diese zahlreichen Frauen, die wir nicht nur aus Büchern und Filmen kennen, sondern vermutlich auch in der eigenen Familie erspüren konnten, haben sich nie nur für die Rechte von Frauen eingesetzt, sondern immer auch für eine bessere Welt, in der soziale Gerechtigkeit und Frieden hergestellt sind und in der wir uns als Teil des größeren Ganzen liebevoll um die Welt kümmern, in der wir leben.

Das Konzept von Tikkun Olam, die Idee von der „Reparatur“ der Welt, ist tief in der jüdischen Tradition verwurzelt. Es ist die Verantwortung jedes Einzelnen, zur Verbesserung der Welt, so gut es geht, beizutragen – einer Welt, die auf Solidarität und gegenseitiger Fürsorge basiert. Wie Rabbi Lawrence Kushner schrieb: „Jeder Mensch ist ein weiteres Glied in der Kette der Verantwortung, die uns als Partner Gottes verbindet, um die Welt zu heilen.“

In diesem – aber nicht nur in diesem – Monat sollten wir uns also an all die Frauen erinnern, die uns auf diesem Weg vorausgegangen sind. Wir alle sollten uns von der Resilienz, Klugheit und Entschlossenheit all der Kämpferinnen, Zeitzeuginnen, Gewerkschafterinnen, Künstlerinnen, Mütter und Großmütter inspirieren lassen und uns gemeinsam bemühen, damit ihre Vision von einer besseren Welt Wirklichkeit wird. Denn wie Ruth Bader Ginsburg sagte: „Realer Wandel, dauerhafte Veränderung, kommt von unten … von Menschen, die lernen, sich zu organisieren, und die den Mut haben, ihre Stimmen zu erheben.“ Es liegt an uns, ein Teil dieses Wandels zu werden.

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