Editorial

„Trauma ist nicht das, was dir jetzt passiert, sondern das, was als Resultat dessen, was dir angetan wurde, in deinem Inneren stattfindet.“ Gábor Máté

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Gal Tarshansky (13) mit ihrem Vater unmittelbar nach ihrer Freilassung aus der Geiselhaft der Terrororganisation Hamas. Coverfoto: Bernat Armangue / AP / picturedesk.com

„Menschen überzeugen, die uns hassen.“ Das möchte Frank Melloul, CEO des internationalen Fernsehsenders i24News. Und seit dem 7. Oktober tun das seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Einsatz, viel Emotion und hervorragenden journalistischen Qualitäten. Doch kann man, soll man jene überzeugen, die uns hassen? Kann man, soll man jene überzeugen, die hassen? Hassen sie aus Überzeugung, wiederholen sie nur gedankenlos das, was sie irgendwo auf die Schnelle aufschnappen – jede und jeder hat die Expertise für … eigentlich eh für alles.

Und dann gibt es genau diese stillen Momente: ein Vater, der seine Tochter nach über fünfzig Tagen Geiselhaft in die Freiheit begleitet. Da werden Hass und Kampf ganz klein, Stärke und Liebe ganz groß, und Dankbarkeit begleitet die Stille.

Am Ende eines Jahres, das mit Kriegen begonnen hat und mit Kriegen endet, fällt es schwer, einen positiven Schlusssatz zu finden. Wünsche und Dank hätte ich umso mehr: Ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie mit uns beim Lesen verbringen. Ich danke allen Redeakteurinnen und Redakteuren von WINA, die vor allem in den letzten Monaten so viel schier Unmögliches und Wichtiges vollbringen. Und ich danke allen Mitarbeiterinnen, die WINA seit über einem Jahrzehnt möglich machen!

Ich wünsche allen Geiseln Freiheit, allen Verletzten Heilung, allen, die hassen, Befreiung und allen, die lieben, noch mehr Liebe. Ihnen allen wünsche ich friedliche Winterwochen und eine geruhsame, erholsame Zeit in Gesundheit und mit Freundinnen, Freunden und Familie.

Uns allen wünsche ich ein – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Wunder-volles Jahr 2024, in dem wir alle unsere geliebten Menschen kraftvoll in die Arme nehmen dürfen und sie nicht noch weiter gegen Krieg, Verfolgung, Hass und Leid beschützen werden müssen.

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