Wina Editorial

„Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.“ Viktor Frankl (1905–1997)

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Auch im Bitten um Vergebung kann ein Glücksmoment entstehen.

Wir kennen alle die Momente, die so vollkommen sind, dass sie im selben Augenblick ein wenig Schwermut heraufbeschwören. Denn wir wissen gleich, dass sie vergänglich sind. Und das ist gut so! Das Streben danach, immer wieder solche Momente zu erleben, gibt uns erst jenen Sinn im Leben, der nach dem Psychoanalytiker und Schoah-Überlebenden Viktor Frankl, die Grundlage unserer Existenz bildet.

Der Klang des Schofar wird nun bald das Jahr 5778 einleiten. Bevor es aber soweit ist, versuchen wir nicht nur die eigenen Sünden aufzulisten und um Vergebung zu bitten, sondern auch die Glücksmomente des vergangenen Jahres wachzurufen, um mit positiver Energie in das neue zu starten.

Das sich zu Ende neigende Jahr war weltpolitisch turbulent: Anschläge, nukleare Drohungen, unberechenbare Despoten, Hunger- und Flüchtlingskatastrophen jagten einander in Windeseile. Wenig Platz also für selige Augenblicke. Die müssen wohl in uns selbst, im Lächeln unserer Kinder, im sommerlichen Meeresrauschen, beim Schabbatessen mit der Familie oder in der eigenen Kreativität gefunden werden – auch wenn wir in unserer Schnelllebigkeit versucht sind, an ihnen vorbeizuhasten. Momente, die den Sinn des Lebens greifbar machen und uns zu Dankbarkeit erziehen.

Anhalten, bewußt machen und sich bedanken: Für Frieden und Wohlstand, für das Dach über unsern Kopf, für reichlich Essen und sauberes Wasser, für die Gesundheit. Dank dafür, dass unsere Kinder es warm haben, wenn draußen die Kälte tobt und dass sie den Strand als Abenteuerplatz und nicht als lebensrettendes Stück Festland erleben dürfen. Dank an die Menschen, die einen durch Worte und Ideen den richtigen Weg erkennen lassen. Und für die Liebe, die man geben und erleben darf. Danke für Ihre Treue beim Lesen, für Lob und Kritik, den Rückhalt jener Menschen, die an unserer Arbeit hier bei WINA glauben und sie damit ermöglichen. Ob das Jahr 5778 also ein glückliches Jahr werden wird, liegt in unserer Hand. Auch wenn wir als Individuum das Weltgeschehen nicht zum Positiven ändern werden können, so können wir immerhin stets die richtige Wahl (!) treffen und unsere kleine Welt mitgestalten.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein glückliches und sinnvolles neues Jahr!

Julia Kaldori, CR

 

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