Die guten wie die schlechten Angewohnheiten

Für alles gibt es ein erstes Mal, aber auch ein letztes! In diesem Monat berichtet Filmemacherin Astrid Johanna Ofner von Katzenjammer und Walzerschwindel beim Maturaball.

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© privat

In ihrem Spielfilmdebüt Abschied von den Eltern verwendet Filmemacherin Astrid Johanna Ofner ausgewählte Passagen aus der gleichnamigen autobiografischen Erzählung von Peter Weiss aus dem Jahr 1960. Der Autor beschreibt darin die Jahre seiner Kindheit und Jugend im Deutschland der 1920er- und 1930er-Jahre sowie die Flucht seiner halbjüdischen Familie vor der Verfolgung durch die Nazis, eine verzweifelte Odyssee quer durch halb Europa. Ofner zaubert daraus eine zarte Collage aus realem Dokument und kunstvoller Fiktion.
Premiere: 16. 9., 18 Uhr, Lesung Dorothee Hartinger, Literaturmuseum 19.30 Uhr Film und Gespräch mit Astrid Johanna Ofner, Metro Kinokulturhaus
Offizieller Filmstart: 20. 9., Stadtkino im Künstlerhaus.
abschied-von-den-eltern.at

 

Das letzte Mal …
auf ein Wiedersehen habe ich mich gefreut …
In einem kleinen Haus über dem Meer habe ich des Nachts aus dem Küchenfenster heraus zur Pinie geschaut. In gelbe Augen und große Ohren. Das war Tappsy. Und ich habe mich direkt verliebt. Ewig hat es gedauert, bis ich das kleinwüchsige miauende Kätzchen berühren durfte. In diesem Sommer fuhr ich noch drei Mal in das kleine Haus am Meer – nur um das Kätzchen wiederzusehen.

Das letzte Mal Abschied genommen von einer schlechten Angewohnheit habe ich …
… noch nie!

Das letzte Mal gedacht, „Man sieht sich immer zweimal im Leben“, habe ich …
… auch noch nie. An diesen Spruch glaube ich nicht. Man kann von Glück sprechen, wenn man sich überhaupt einmal im Leben trifft.

Das letzte Mal, dass ich mich alleine in den Urlaub verabschiedet habe, …
… war nach Sri Lanka. Als ich dort im Meer schwamm, wurde mir bewusst, dass alle Dinge gleichwertig sind im Leben. Alles hat seinen Wert: das Schöne, das Hässliche, das Böse, das Gute …

Das letzte Mal auf einer tollen Abschiedsfeier war ich …
… auf meinem Maturaball. Zusammen mit meiner Mutter habe ich dafür ein Kleid nach dem Vorbild von Olivia Newton-John genäht. Und zum ersten Mal habe ich damals extrem hohe Absätze getragen. Mein Vater hat mich beim Walzer dann so wild über die Tanzfläche geschoben, dass ich fast Todesangst hatte.

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