Wo höchste Töne auf den feinen Gaumen treffen

Bei Aki Nuredini im Restaurant Sole fühlen sich die Künstler heimisch.

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wina- TIPP Ristorante SOLE Annagasse 8–10, 1010 Wien 01/513 40 77 Mo.–So., 11–23.30 Uhr ristorante-sole.at © Reinhard Engel

Wenn ich es schaffe, die drei berühmtesten Tenöre der Welt, Placido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti, in mein Lokal zu bringen, dann gehe ich in Pension“, sagte Aki Nuredini, als er 1991 sein Restaurant Sole in der Annagasse umbaute. Das Kunststück gelang dem lebensfrohen Gentleman und Musikliebhaber mühelos – und er steht noch immer täglich im Lokal. Doch inzwischen liest sich seine Gästeliste wie das Who is Who der internationalen Musikwelt. „Letzte Woche hat Daniel Barenboim in meiner Küche gekocht“, lacht der herzliche Padrone, der den Künstlern nicht nur legere Gemütlichkeit bietet, sondern auch Speisen in feinster Qualität. „Erst waren sie Gäste, heute sind sie alle Freunde von mir“, verrät Nuredini und zeigt Fotos von Juan Diego Flores, Anna Netrebko, Pla­cido Domingo und Mirella Freni bei einem emotionalen Wiedersehen.

Diese harmonische Mischung aus Musikliebe und dem Faible für gutes Essen bekam Aki Nuredini, 1956 als Albaner in Mazedonien geboren und in Belgrad aufgewachsen, schon von klein auf mit. Sein Vater besaß Restaurants und Bäckereien, in denen er früh zu arbeiten begann; bereits mit 18 Jahren übernahm Nuredini die Verantwortung für diese Betriebe, mit 23 Jahren eröffnete er sein erstes eigenes Lokal im Zentrum von Belgrad. Dem Vater verdankt er auch die Liebe zur klassischen Musik. „Ich kam 1981 wegen der Oper nach Wien und schaute mir genau an, in welchem Radius die Staatsoper und die Konzertsäle lagen. Denn da wollte ich ein Lokal haben.“ Als er eines Abends im legendären Take five in der Annagasse landete, war er von dem heimeligen Gässchen so fasziniert, dass er dort die Geschäfte abklapperte. Die Boutiquebesitzerin Helma Pach konnte er zum Verkauf des Gewölbes überreden.

Harmonische Mischung aus Musikliebe
und dem Faible für gutes Essen.

1983 eröffnete Nuredini zuerst eine Frulatteria mit kleinen Speisen, die dann nahtlos zum Edelitaliener Sole mutierte. Der bekannte Architekt Johannes Spalt hat das Lokal mit 70 Plätzen (48 im Schanigarten) bis ins Detail liebevoll ausgestaltet. „Mein erster Gast war der damals junge Zubin Mehta, und vis-à-vis wohnte Friedrich Gulda, der auch zum Stammgast wurde.“ Warum entschied sich der siebensprachige Gastronom für die italienische Küche? „Sie ist die beste der Welt“, befindet Nuredini. Stolz ist er, in 35 Jahren nur vier Chefköche „verbraucht“ zu haben.

Zum ständigen Angebot im Sole gehören die italienischen Klassiker wie diverse Antipasti, knusprige Pizzen und phantasievolle Pastagerichte. Der Küchenchef empfiehlt fast täglich etwas saisonal Frisches: weiße Spargelsuppe (€ 7,90); Sommersalat mit Mozzarella (€  11,90); die Linguine dolce vita kommen mit Ricotta, Kirschtomaten, Zwiebeln und Rucola um € 13,50; hausgemachte Ravioli, gefüllt mit Wolfsbarsch und Mangold in Tomaten und Basilikum gibt es um € 14,50, einen gerollten Schwertfisch mit sizilianischer Caponata di melanzane um € 25,50.

Wenn Nuredini sein Lokal verlässt, dann nur, um in die Oper oder mit seinen Künstlern auf Reisen zu gehen: „Daniel Barenboim hat mich zwei Wochen nach Buenos Aires eingeladen, dort erlebte ich herrliche Abende mit Marta Argerich, Jonas Kaufmann, Ramon Vargas und seinem West-Eastern-Diwan Orchestra“, schwärmt Nuredini, dem seine musikalischen Stammgäste schon manch unbezahlbares Ständchen gebracht haben: Zu seinem Sechziger gab es ein Benefizkonzert unter dem Motto „O sole nostro“. 
Paprikasch

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