Sehnsucht nach der Provence

Das Bistro Le Bol Blanc zaubert französisches Lebensgefühl in die Wiener City.

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© Reinhard Engel

wina- TIPP Le Bol Blanc
Naglergasse 21, 1010 Wien
Täglich ab 8 Uhr,
Sonn- und Feiertag ab 9 Uhr
lebol.at

„Wer braucht schon einen Henkel oder eine Untertasse? Wir trinken den Café au Lait so, wie ihn die Franzosen am Morgen an ihrem Küchentisch zu sich nehmen, très leger.“ Mit dieser Anleitung wird auch gleich der Name des neuen französischen Café-Bistro Le Bol übersetzt, die Schale. Obwohl das zweite Lokal dieser unverwechselbaren Marke korrekt Le Bol Blanc heißt und in der verwinkelten Naglergasse in der Wiener City zu finden ist.
Freundlich und hell ist das Interieur, weil die Farbe Weiß dominiert, nur unterbrochen von den beigen Holztischen und einem riesigen Olivenbaum. Ein wenig Buntheit bringen die beleuchteten Regale mit Spezereien und Weinflaschen in den Raum. Wer das französisch Ländliche liebt, wird sich hier gleich wohlfühlen und leicht für einige Zeit aus dem Alltagsstress ausklicken können. Im Zentrum des neuen Lokals steht traditionell ein Table d’hôte, ein Gemeinschaftstisch, an dem sich die Gäste zwanglos zusammensetzen können. Für Schüchterne oder intimere Treffen gibt es kuschelige Ecken und verschieden große Tische.

»Mir geht es nicht um Expansion,
sondern um eine Alternative zum Stammhaus,
da wurde die größte Baustelle Wiens bereits
in
Angriff genommen.«
Omar Shoukry, Geschäftsführer

„Vom Le Bol zum Le Bol Blanc sind es nur 966 Schritte“, heißt es auf der Website: Gemeint ist die Entfernung vom überlaufensten französischen Bistro am Neuen Markt zum zweiten Standort in der Naglergasse. „Mir geht es nicht um Expansion, sondern um eine Alternative zum Stammhaus, da wurde die größte Baustelle Wiens bereits in Angriff genommen“, erklärt Geschäftsführer Omar Shoukry. Am Neuen Markt wird eine Tiefgarage gebaut, der berühmte Donnerbrunnen ist bereits abgetragen und die erste oberirdische Bauphase ist auf drei Monate prognostiziert. Damit wäre die Saison 2019 auf der stets gut gefüllten Terrasse vor dem Lokal vorbei. „So wird eben in der Naglergasse 21 im Freien gesessen und gegessen.“

© Reinhard Engel

Und das auf hohem Niveau: Es ist schwer, in der Innenstadt ein exquisites Lokal zu finden, in dem hochwertiges Essen zu anständigen Preisen serviert wird. Angefangen vom klassischen, einfachen französischen Frühstück um € 5,50 bis zum Petit déjeuner du Baou mit Croque Monsieur oder Croque Madame, französischer Zwiebelsuppe, frischen Früchten und Orangensaft um € 10,90 gibt es reichlich Variationen mit Ei, Käse oder Lachs. Als Zwischen- oder sogar Hauptspeise kann man diverse Quiches mit Gemüse und Salat um € 9,50 sowie appetitliche Baguettes zwischen € 8,80 und € 9,90 mit üppiger Fülle genießen, z. B. Manon des Sources mit Mozzarella, Avocadocreme, Tomaten, Salat und Zwiebelringen oder Montpellier mit geräuchertem Lachs, frischem Kren, Dille, Dijon-Senf, Crème fraîche und Preiselbeeren. Der absolute Renner an beiden Standorten ist die Salatplatte Monsieur Seguin, bestehend aus gratiniertem Ziegenkäse, Rosinen, Birnen, Feigen, Kiwi, Tomaten und Blattsalat um € 12,50. Zu den klassischen französischen Salaten mit klingenden Namen wie Belle Fermière oder Provenciale und dem orientalischen Taboulé gesellen sich noch reichlich vegetarische und vegane Angebote. Die süßen Verführungen findet man bei der Pâtisserie: Hier gibt es verschiedene Tartes, Éclairs oder Muffins ab € 3,80.
Sowohl für flanierende Touristen wie auch für Einheimische kann es nur zwei unangenehme Überraschungen geben: Es wird nur Barzahlung akzeptiert, und Reservierungen werden nur im Lokal entgegengenommen. Daher heißt es „bonne chance!“ (viel Glück!) für spontane Gäste.

Paprikasch

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