Theodor Herzl war einer der bedeutendsten Journalisten der Jahrhundertwende. Und auch den Weg zum Zionismus verdankt er seiner Zeit als Korrespondent in Paris. Von Anita Pollak.
Letztlich verdankt sich auch die spätere Gründung des Judenstaates Herzls journalistischer Tätigkeit.
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Von Dreyfus zum Zionismus
Und dann kam es während seiner Pariser Jahre Ende 1894 zur so genannten Dreyfus-Affäre. Herzl, der als Korrespondent vom Prozess berichtete, wusste sehr bald, dass mehr auf dem Spiel stand als der verhandelte „Verrat am Vaterland“ des angeklagten jüdischen Hauptmanns. Der aufbrechende und selbst nach der Rehabilitierung des Unschuldigen virulente Antisemitismus in Frankreich führte zur folgenreichen Erkenntnis, „dass einem Juden die Gerechtigkeit verweigert werden kann, aus keinem anderen Grund, als weil er ein Jude ist“, wie Herzl 1899 unter seinem hebräischen Namen Benjamin Seff in der von ihm gegründeten Zeitschrift Die Welt feststellte. Anders als Emile Zola, der als aufgeklärter Franzose moralisch erschüttert Anklage erhob, zog Herzl als Jude betroffen seine Konsequenzen. „Zum Zionismus hat mich nämlich – der Prozess Dreyfus gemacht.“
Hätte Herzl nach seinem erfolgreichen Jus-Studium eine Karriere als Jurist angestrebt und wäre nicht seinem Wunsch gefolgt, sich schreibend zu verwirklichen, wer weiß, ob es heute den Staat Israel gäbe. Doch gerade über dieses Sehnsuchtsziel durfte er sich bei seinen Arbeitgebern nicht journalistisch äußern. Wollte doch die Neue Freie Presse unbedingt vermeiden, als Sprachrohr des Zionismus angesehen zu werden.
























