Orientalisch mit Stil

Das Restaurant Yudale am Volkertmarkt bietet einen interessanten Speisenmix von bucharisch, georgisch, aschkenasisch und türkisch – alles glatt koscher.

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wina-TIPP Yudale Restaurant Volkertmarkt 6, 1020 Wien, Mo.–Do., 11–22 Uhr +43/(0)1/2122755 +43/(0)676/9525893 (Reservierung) office@yudale.at yudale.at

Eigentlich würde man so ein Restaurant am eher einfachen Volkertmarkt, tief im zweiten Bezirk, nicht erwarten. Hinter einer begrünten Terrasse, die ein wenig an einen mediterranen Innenhof erinnert, öffnet Izchak Yuda die Türe in eine elegante orientalische Welt: weiß gedeckte Tische mit langstieligen Gläsern, üppig gemusterte Tapeten in zarten beigegrauen Tönen, zahlreiche Spiegel, die den Raum größer wirken lassen. „Wir haben viel investiert, wollten bewusst ein gehobenes Ambiente schaffen“, erzählt seine Frau Julia.
Hier gab es einst hintereinander mehrere orientalische, aber eher einfache Lokale. Sie hießen Samarkand oder Buchara Palace. „Von damals sind praktisch nur die Fleischspieße geblieben“, berichtet Julia Yuda, die mit ihrem Mann seit drei Jahren hier das Lokal führt. Die Aufsicht über das glattkoschere Angebot hat Rabbiner Benjamin Aminov. „Aber zu uns kommen nicht nur Juden, auch nichtjüdische Geschäftsleute und Banker aus der Stadt, ebenso Muslime“, erklärt Izchak Yuda, der daneben auch eine koschere Fleischerei betreibt.

„Wir haben viel investiert, wollten bewusst ein gehobenes Ambiente schaffen.“

Die Karte bietet einen bunten Mix aus bucharischer, georgischer, türkischer und aschkenasischer Küche, oft kommen sogar Hauptgericht und Sauce aus einer anderen Tradition. Die frisch zubereiteten Vorspeisen wechseln regelmäßig, ein kalter Teller (um € 8,90) kann etwa so aussehen: rote Rüben mit Nüssen, Krautsalat, scharfer Ezme-Salat, Fenchel mit Gurken und Cranberries, eine milde Peperonata sowie russischer Mayonnaise-Salat. Die Zusammenstellung passt ausgezeichnet, die Menge ist zu viel für zwei Personen, es ginge auch als Appetitanreger für vier. Die Fleischspieße kommen vom Holzkohlengrill und reichen vom faschierten Lamm über Rind, Huhn (Pargiot vom Schenkel oder Leber) bis zu exotischeren Angeboten wie etwa Hoden vom Puter. Die Gäste können sie stückweise bestellen und auch unterschiedliche Fleischsorten mixen. Die Preise beginnen bei günstigen 5,50 Euro pro Spieß (allerdings ohne Beilagen). Fisch kann Karpfen sein oder Seehecht, Goldbrasse oder gegrillter Zander, Preise zwischen 12,90 und 21,90 Euro.
Die große Orienttour kann man auf der Speisekarte vor allem mit unterschiedlichen gefüllten Teigtaschen antreten: Gosgesche (fünf Stück für € 9,90) sehen aus wie kleines rundes Nussgebäck, Tschebureki (zwei Stück für € 12,90) erinnern fern an Langos, beide sind mit einem duftenden Fleisch-Zwiebel-Mix gefüllt, dazu wird hausgemachte scharfe Sauce gereicht. Und natürlich darf ein traditionelles Reisgericht nicht fehlen: Plov mit Karotten und Rindfleisch (€ 10,90 pro Person).
Käse und Milchprodukte findet man wegen der Koscher-Bestimmungen nicht, allerdings eine Vielfalt an süßen Kuchen, frische Obstteller und schwarzen Kaffee (wer ihn braun will, muss Sojamilch akzeptieren). Die Getränkekarte reicht vom gut zu scharfen Gerichten passenden Gösser-Bier über einige seriös kalkulierte österreichische Weine bis zu edlen Spirituosen, etwa alter Whisky oder Wodka für Genießer, darunter der französische Grey Goose oder Elite aus Russland.
Die Köstlichkeiten von Yudale sind auch anderswo zu genießen: Ab zehn Gedecken wird gecatert, inzwischen bereits wiederholt für Empfänge der israelischen Botschaft. Selbst abholen kann man sich natürlich auch Speisen für ein orientalisches Menü zuhause.


winkler-hermaden.at

WEIN EMPFEHLUNG:
In der Südoststeiermark, auf einem erloschenen Vulkan, dem Kapfensteiner Kogel, befinden sich sowohl das entsprechende Schloss Kapfenstein wie auch das renommierte Weingut Winkler-Hermaden. In dritter Generation werden nach biologischen Richtlinien 40 ha Weinartenfläche bearbeitet und feine Tropfen gekeltert. Der Schwerpunkt liegt bei Sauvignon Blanc, Traminer und Burgundersorten, bei den Roten dominieren Blauer Zweigelt und Merlot.
Ein Produkt, das aus der Reihe tanzt und deshalb Aufmerksamkeit erregt, ist der Birnenfrizzante. Rund um den Löwen- und Drachenkeller des Schlosses – zwei Bauteile, in denen die Weinproduktion stattfindet – stehen fast 100-jährige Mostbirnenbäume. Die reiche Ernte von 2016 findet sich nun in der Flasche als feiner, leichter Frizzante wieder. Die Mostbirnen werden gepresst, der Saft vergoren und mit Kohlensäure versetzt.
Mit nur 5 % vol ein alkoholisches Leichtgewicht und ein echter Zider (oder Cider), der mit klarem Birnengeschmack erfreut und frischer Säure besticht. Der goldige Farbton, der die reifen Birnen nicht verleugnen kann, gibt auch im Glas ein attraktives Bild. Trinkt sich gut als Aperitif und ist auch zu Süßspeisen zu empfehlen – und bei der Leichtigkeit darf es auch gern ein zweites Gläschen sein!

 

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